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Basellandschaftlicher Apotheker-Verband

Frau Nadine Minder, lic.iur.
Elisabethenstrasse 23
4051 Basel

Fon 061 273 86 71

07.05.2012
Polymedikations-Check: Wie muss ich meine Tabletten einnehmen?

Mehrere Medikamente richtig einzunehmen, ist vor allem fĂŒr Ă€ltere Menschen eine Herausforderung. Tipps vom Apotheker können bei der Organisation helfen. So geht keine Pille mehr vergessen.
Angela Brunner, pharmaSuisse

Rot oder weiss? Claudia weiss nicht mehr genau, welche der beiden Tabletten sie nicht vor dem FrĂŒhstĂŒck einnehmen sollte. Vor ihr auf dem Esstisch liegen drei weitere Packungen Medikamente, die sie zusĂ€tzlich einnehmen muss. Bei ihrem Arzt nachzufragen, traut sie sich nicht. Schliesslich dauert ihre medikamentöse Therapie bereits seit drei Monaten an. Claudia leidet unter Bluthochdruck und Osteoporose. Nach kurzem Zögern entscheidet sie sich fĂŒr die rote Tablette und setzt fĂŒr heute mit der weissen aus. Damit hĂ€lt sie sich nicht an die verordnete Therapie und gefĂ€hrdet unwissend deren Erfolg.

TherapieunterbrĂŒche riskant
Besser beraten wĂ€re die 61-jĂ€hrige Frau mit einem sogenannten Polymedikations-Check (PMC), wie ihn Apotheken seit Herbst 2010 anbieten. Dieser besteht aus einem rund zwanzigminĂŒtigen BeratungsgesprĂ€ch mit einem Apotheker. Bestimmt ist diese Dienstleistung fĂŒr Patienten wie Claudia, die mindestens vier Medikamente ĂŒber mehr als drei Monate einnehmen mĂŒssen. Denn nur rund die HĂ€lfte der Dauertherapien wird vorschriftgemĂ€ss verfolgt, wie Studien zeigen. Diese UnregelmĂ€ssigkeiten können fĂŒr den Patienten gefĂ€hrlich sein. Beispielsweise kann ein Unterbruch unter UmstĂ€nden den Blutdruck negativ beeinflussen.

Überblick ĂŒber alle Medikamente
Claudia entscheidet sich bei ihrem nĂ€chsten Apothekenbesuch doch fĂŒr einen PMC. Ihr Apotheker fĂŒhrt sie in einen separaten Raum, wo sie sĂ€mtliche Medikamente, die sie derzeit nimmt, auf dem Tisch ausbreitet. Darunter befinden sich auch selbst gekaufte Tabletten. Jedes Medikament protokolliert der Apotheker mit Namen und dazugehöriger Dosierung.

VerstÀndliche ErklÀrungen
«Wissen Sie, wie und weshalb Sie dieses Mittel einnehmen sollen?» Als Claudia das in Bezug auf die roten und weissen Pillen verneint, instruiert der Apotheker sie nochmals genau und geht auf weitere Fragen ein. Ihre Bedenken betreffend der Notwendigkeit einer Therapie mit derart vielen Medikamenten kann er zerstreuen: Jetzt weiss sie, wie die Mittel wirken und wozu sie diese ĂŒberhaupt einnehmen soll. Zum ersten Mal versteht sie auch, weshalb es riskant sein kann, eine Dosis zu vergessen. Beim Arztbesuch ging ihr alles etwas zu schnell.

Passende Lösungen bei Problemen
Dank dem PMC kann Claudia ihren Therapieplan optimieren. Ihr Apotheker nimmt sich Zeit, um Lösungen fĂŒr ihre Probleme im Umgang mit den Medikamenten zu finden. Zum Teilen von Tabletten etwa empfiehlt er ihr ein einfaches, technisches Hilfsmittel, einen sogenannten Tablettenteiler.
Als Alternative fĂŒr die weissen und roten Pillen schlĂ€gt er ihr ein PrĂ€parat vor, das beide Arzneien in sich kombiniert, und empfiehlt ihr dies bei ihrem nĂ€chsten Arztbesuch anzusprechen. Da keine Unklarheiten oder schweren Probleme vorliegen, verzichtet der Apotheker darauf, den behandelnden Arzt zu kontak-tieren.

Dosiersystem fĂŒr den Alltag
Damit Claudia nicht mehr den Überblick ĂŒber die verordneten Medikamente verliert, empfiehlt ihr der Apotheker zudem ein von ihm vorbereitetes Dosiersystem fĂŒr drei Monate. Dieses kann sie im Anschluss an das BeratungsgesprĂ€ch gleich nach Hause nehmen. Auf die Option eines SMS-Dienstes, der sie an die Einnahme des jeweiligen Mittels zur richtigen Zeit erinnert, will Claudia vorerst verzichten.

Mehr Sicherheit
Claudia unterschreibt das GesprĂ€chsprotokoll mit den vereinbarten Zielen und ist motiviert, ihre Therapie einzuhalten. In einem halben Jahr will sie den PMC mit ihrem Apotheker wiederholen, um ihre Fortschritte zu ĂŒberprĂŒfen. Sie ist ĂŒberzeugt, dass ihre Dauertherapie so sicherer wird und der PMC ihr hilft, Einnahmefehler und unerwĂŒnschte Wechselwirkungen zu vermeiden.

Quelle: astreaApotheke, Ausgabe Mai 2012



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