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Basellandschaftlicher Apotheker-Verband

Frau Nadine Minder, lic.iur.
Elisabethenstrasse 23
4051 Basel

Fon 061 273 86 71
Fax 061 273 86 73

10.07.2012
Immer schön cool bleiben!

Geniessen Sie den Sommer! Doch Vorsicht vor der Hitze! Wenn die Temperatur im Schatten tagsüber auf über dreissig Grad Celsius steigt und während der Nacht nicht unter zwanzig Grad sinkt, spricht man in der Schweiz von einem Hitzetag. Und der lässt niemanden kalt! Regina Speiser

Hohe Aussentemperaturen belasten den Körper erheblich: Die Wärme erweitert die Blut-gefässe, die Herzfrequenz steigt, erklärt Patrizia Strässler, Apothekerin der Zentrum Apotheke in Winterthur. Um für Abkühlung zu sorgen, produziert der Körper mehr Schweiss. Schafft es der Organismus aber nicht mehr, sich über die Verdunstung des Schweisses ausreichend abzukühlen, kann es gefährlich werden für die Gesundheit. Ein Hitzeschlag ist ein medizinischer Notfall. Damit die Freude über den Sommer nicht durch Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden, Übelkeit oder Erbrechen getrübt wird, gilt es, ein paar Verhaltensregeln zu beachten. Das Wichtigste, so Patrizia Strässler: «Trinken und kühlen». Weitere Tipps von A bis Z:

Auto 
Steht das Auto in der prallen Sonne, kann die Innentemperatur in wenigen Minuten auf siebzig Grad Celsius steigen! Daher nie Kinder oder Haustiere alleine im parkierten Auto zurücklassen. Heiss wird es im Auto auch, wenn man im Stau steht und der Motor wegen Überhitzungsgefahr abgestellt werden muss. Da hilft nur: Viel trinken und alle Fenster öffnen.
Viel trinken hält den Kreislauf in Schwung, was gerade beim Autofahren im Sommer sehr gefragt ist. Denn Hitze ermüdet und macht benommen. Das führt zu längeren Reaktionszeiten am Steuer, was die Unfallgefahr erhöht. Daher öfters mal anhalten und sich in der klimatisierten Raststätte oder im Schatten eines Baumes oder Gebäudes ein kühles Getränk oder ein Eis gönnen. Die Klimaanlage im Auto aber nicht auf «Temperatur Nordpol» stellen, sonst erkältet man sich und beim Aussteigen läuft man in eine «Hitzewand».

Babys, Betagte,
Kleinkinder, Pflegebedürftige, Übergewichtige und Personen mit Durchblutungsbeschwerden überhitzen rasch und sollten im Schatten bleiben. Betagte und Personen mit Kreislaufbeschwerden sollten darauf achten, sich nicht zu überanstrengen.
Babys im Kinderwagen oder in der Wiege möglichst ohne Decken und ohne viele Kuscheltiere betten. Im ersten Lebensjahr sollten Babys nicht den direkten Sonnenstrahlen ausgesetzt werden. Falls sich der Aufenthalt in der Sonne nicht vermeiden lässt, sollten Babys mit langärmligen Leibchen, langen Hosen und vor allem mit einer Kopfbedeckung geschützt und die nicht bedeckten Hautpartien mit Sonnencreme eingerieben werden.

Cremes
Im Sommer braucht die Haut vor allem Feuchtigkeit und wenig Fett. Je nach Hauttyp entstehen sonst beim Anwenden zu reichhaltiger Fettcremes Pickel. Deshalb sollte bei Gesichtscremes, Bodylotions oder Sonnencremes darauf geachtet werden, dass sie einen hohen Wasseranteil bei geringem Fettgehalt aufweisen. Das Fachpersonal in der Apotheke hilft bei der Auswahl gerne weiter.

Dusche
Lauwarme Duschen sind zwar angenehm, doch die Devise sollte sein: kurz, ohne Seife und nicht zu oft. Abkühlen ist neben viel trinken zwar enorm wichtig, aber das geht auch hautschonender: mit kühlen Umschlägen um die Waden oder feuchtkalten Tüchern auf Stirn und Nacken. Auch das Eintauchen der Handgelenke und Unterarme in einen Brunnen oder ins Lavabo sowie das Abduschen der Wadenbeine helfen zur Abkühlung.

Erschöpfung
Bei einer Hitzeerschöpfung rast der Puls, der Blutdruck sackt ab und der Betroffene schwitzt enorm. Oft eine Folge von zu viel Sonne und zu wenig Flüssigkeit. Die Person sollte sofort in den Schatten gebracht werden, möglichst an einen kühlen Ort, etwas trinken und mit kühlen Umschlägen abgekühlt werden. Kommt es gar zum Hitzschlag, können Betroffene bewusstlos oder ohnmächtig werden und müssen umgehend durch einen Notarzt betreut werden.

Flüssigkeit
Der Körper besteht aus etwa sechzig Prozent Wasser.
Je mehr der Körper schwitzt, desto mehr Flüssigkeit, Mineralstoffe und Spuren-elemente verliert er. Dieser Verlust muss umgehend ausgeglichen werden. Ideal sind: Wasser (sehr erfrischend mit ausgepresstem Zitronensaft), stark verdünnte Fruchtsäfte sowie Früchte- und Kräutertees. Babys, die noch gestillt werden, können vermehrt an die Brust angesetzt werden. Sie nehmen dabei nicht mehr an Gewicht zu als erwünscht, denn der weibliche Körper steuert den Fettgehalt der Milch automatisch.

Gin Tonic, Bier&Co.
Die Einnahme alkoholischer Getränke in der Hitze ist ungeeignet, da Alkohol die Gefässe im Körper erweitert. Zusätzlich werden Flüssigkeit und Mineralstoffe über die Niere ausgeschieden.

Hut
Eine Kopfbedeckung schützt das Hirn vor
der prallen Sonneneinstrahlung und damit vor einer zu starken Durchblutung. Ein Sonnenstich ist eine «Hirnhautentzündung von aussen», wie Apothekerin Patrizia Strässler erklärt; je breitkrempiger und luftdurchlässiger der Hut, desto besser.

Island
Wer eine weniger heisse Reisedestination in Europa sucht, ist vermutlich mit Island gut bedient.

Jalousie
Sperren Sie die Hitze aus Ihrer Wohnung, indem sie morgens und abends stosslüften und tagsüber die Rollläden oder Jalousien geschlossen halten.

Kleidung
Tragen Sie luftige, helle Kleidung, um einen Hitzestau zu vermeiden. Bei eng anliegender Kleidung kann der Körper die Hitze schlechter ableiten. Um keinen Sonnenbrand zu bekommen, eignen sich bein- und armbedeckende Kleidungsstücke. Auf Modisches muss deshalb nicht verzichtet werden. Verschwitzte Kleidung sollte rasch gegen trockene ausgetauscht werden, damit man sich nicht erkältet.

Luftfeuchtigkeit
Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto weniger kann der Schweiss ver-dunsten. «Das körpereigene Kühlsystem funktioniert dann schlechter», beschreibt Apothekerin Patrizia Strässler diesen Vorgang. In Ländern mit tropisch feuchtem Klima empfiehlt es sich daher, immer mal wieder die Füsse und Waden oder Unterarme ins Meer oder sonst wo ins Wasser zu halten. Ist dies nicht möglich, helfen kurzfristig auch Feuchttücher.

Mineralstoffe
Durchs Schwitzen werden auch dringend benötigte Mineralien und Spurenelemente aus dem Körper geschwemmt. Um diesen Verlust auszugleichen, eignen sich verdünnte Fruchtsäfte, natriumreiche Mineralwasser oder eine Bouillon.

Nahrung
Fünf kleinere, leichte Mahlzeiten über den Tag verteilt schonen den Kreislauf. Möglichst auf fett- und kalorienreiche Speisen verzichten. Auch auf scharfe Speisen, da sie die Schweissdrüsen anregen. Ideal sind wasserhaltige Früchte (der Sieger hier ist die Wassermelone) und wasserhaltige Gemüse (z.?B. Gurken, Tomaten), aber auch fettarmer Fisch oder Huhn.

Ozon
Je heisser die Aussentemperatur, desto höher die Ozonbelastung. Hohe Ozonwerte können Augenbrennen, Schleimhautreizungen und Entzündungs-reaktionen in den Atemwegen ver-ursachen. Ozon reizt die Lungen und kann die Lungenfunktion beeinträchtigen.

Picknick
Gönnen Sie sich ein lauschiges Picknick im Wald, im Schatten am See oder im eigenen Garten. Ob mit Picknickdecke, englischem Picknickkorb und Feinschmecker-Zutaten oder ganz einfach mit Salat in der Tupperware-Box: Auf die Ferienstimmung kommt es an.

Quiz
Ist Ihnen während der Siesta nicht
nach Dösen zumute, lösen Sie doch ein Quiz
in der Zeitung oder Zeitschrift. Kreuzworträtsel, Sudokus und Co. aktivieren die Hirnzellen, ohne den Kreislauf zu belasten.

Reiseapotheke
Für Reisen in heisse Länder empfiehlt es sich, Sonnenschutzmittel mit genügend hohem UV-Schutzfaktor mitzunehmen. Dazu ein Mittel gegen Durchfall sowie elektrolythaltige Lösungen, um den Salzverlust rasch wieder ausgleichen zu können. Je nach Art des Reisens muss überlegt werden, wie hitzeempfindliche Medikamente am besten transportiert werden. Die allgemeine Empfehlung lautet: Medikamente trocken und nicht über 25–30 Grad Celsius längere Zeit zu lagern. Ihre Apotheke berät Sie gerne.

Sport
Ausser Olympiateilnehmenden wird wohl kaum jemand freiwillig in der grössten Mittagshitze über die Rennbahn hetzen oder den Ball übers Netz brettern. Sportliche Aktivitäten sollten an Hitzetagen auf den frühen Morgen oder späteren Abend verschoben werden. Beim Schwimmen wird der Körper zwar gekühlt, je nach Schwimmstil der Kopf aber nicht. Wer den Kopf nicht benässen möchte, kann ja einen Hut tragen.

Trinken, trinken, trinken
Trinken ist das absolut Wichtigste bei Hitze. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt, mindestens zwei Liter Flüssigkeit täglich zu sich zu nehmen.

UV-Strahlen:
Ultraviolettstrahlung ist eine für den Menschen unsichtbare elektromagnetische Strahlung. Sie ist Teil der Sonnenstrahlung. Das Bundesamt für Gesundheit warnt die Bevölkerung eindringlich vor zu viel Sonnenstrahlung und empfiehlt: Schatten ist der beste Sonnenschutz. Weiter soll man eine Sonnenbrille mit einem vollständigen UV-Filter und eine breitrandige Kopfbedeckung tragen und sich grosszügig mit einer Creme mit hohem Lichtschutzfaktor (mind. LSF 20) eincremen und nach jedem Baden erneuern.

Ventilator
Wer keine Klimaanlage am Arbeitsplatz hat und wegen des ständigen Fächerns einen Krampf im Unterarm bekommt, sollte sich einen Ventilator auf den Tisch stellen. Je nach Modell können diese stufenweise von einem lauen Lüftchen bis zur moderaten Hurrikanstufe reguliert werden.

Wärmestau
Hohe Luftfeuchtigkeit, heisse Temperaturen und eine geringe Luftbewegung lösen im Körper eine Hitzebelastung aus. Eng anliegende Kleidung, Flüssigkeitsmangel und körperliche Überanstrengung können den Organismus zusätzlich so belasten, dass es zu einem Wärmestau kommen kann. Auch hier gilt: trinken und kühlen.

Xanadu
Warum nicht eine Siesta im klimatisierten Kino verbringen? Beim 1980 produzierten Filmmusical «Xanadu» mit Olivia Newton-John und Gene Kelly in den Hauptrollen lässt es sich bestens entspannen und unterhaltsam ist es auch.

Yellow Submarine
Oder eine Siesta mit den Beatles? Die Single «Yellow Submarine» wurde 1966 in Grossbritannien veröffentlicht. Sie erreichte Platz eins der britischen Single-Hitparade und war dort 13 Wochen lang vertreten. Es wurde die meistverkaufte Single des Jahres in Grossbritannien.

Zwei Fremde im Zug
Legen Sie im Schatten die Füsse hoch und lesen Sie einen Krimi, einen Roman oder eine Zeitschrift. Mit einem Krimi von Patricia Highsmith wird es Ihnen sicher nicht langweilig!

Verhaltensempfehlungen:

Quelle: astreaApotheke, Ausgabe 07-08/2012



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