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Basellandschaftlicher Apotheker-Verband

Frau Nadine Minder, lic.iur.
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4051 Basel

Fon 061 273 86 71
Fax 061 273 86 73

04.07.2014
Porträt einer Pharma-Assistentin «Ich liebe meinen Beruf»

Sie sind für die Apotheken unverzichtbar: die Pharma-Assistentinnen. Im Labor, bei der Beratung und im Verkauf sorgen sie dafür, dass der Laden läuft – oft auch als Seelsorgerinnen.
Silvia Weigel, pharmaSuisse

Livia Brunold hat es sofort gewusst, schon am ersten Tag der Schnupperlehre: «Das ist mein Beruf.» Der turbulente Berufsalltag in der Apotheke ist ihre Welt. Die Abwechslung, der medizinische Hintergrund, vor allem aber der Kontakt zu den Patienten. «Das Schöne ist, dass wir hier nicht irgendetwas verkaufen. Wir tragen zum Wohlbefinden und zur Gesundheit unserer Kunden bei. Das ist ein tolles Gefühl», sagt die 19-Jährige.

Dass sie im medizinischen Bereich arbeiten will, wusste Livia Brunold schon früh: «Als mein Grosspapi Alzheimer bekam, habe ich gemerkt, wie wichtig und interessant eine gute Betreuung ist. Deshalb wollte ich in einem Medizinalberuf arbeiten.» Mit 15 Jahren ging sie in die Schnupperlehre zur Apotheke Moser in Ostermundigen (BE). «Ich habe mich sofort wohlgefühlt, war aber auch total überrascht. Ich hatte ja keine Ahnung, was in der Apotheke alles hinter den Kulissen passiert – vom Medikamenten- und Bezugscheck über diverse Dienstleistungen bis hin zur Herstellung.» Nach dem Praktikum wurde Livia Brunold direkt in die Lehre übernommen.
Drei Jahre hat sie bei der Arbeit und in der Berufsschule alles gelernt, was man im Apothekenalltag können muss. «Superspannend», aber auch «ganz schön schwierig» sei die Lehre gewesen. «Vor allem die verschiedenen Wirkstoffe und Krankheiten haben es in sich – wer sich für diesen Beruf entscheidet, muss sich für Naturwissenschaften interessieren und Ausdauer beim Lernen haben.»

«Einmal nicht an die Krankheit denken»
Wer genug Energie in die anspruchsvolle Lehre investiert, wird mit einem verantwortungsvollen und spannenden Berufsalltag im Gesundheitswesen belohnt. Jeden Tag werden die Mitarbeiter in der Apotheke mit zahlreichen Menschen konfrontiert, die Hilfe benötigen – angefangen bei leichten gesundheitlichen Problemen bis hin zu schweren oder gar unheilbaren Krankheiten. Damit umzugehen, ist nicht leicht. Empathie und Mitgefühl sind wichtige Eigenschaften für eine Pharma-Assistentin. Die Kunst dabei: Die Schicksale der Kunden dürfen nicht zur privaten Belastung werden. «Manchmal könnte ich selber weinen, wenn ich an einem Tag nur so traurige Geschichten höre. Aber das hilft den Kunden auch nicht weiter, deshalb reisse ich mich zusammen», sagt Livia Brunold. Gerade schwer kranke Patienten und deren Angehörige sind einer grossen psychischen Belastung ausgesetzt und nutzen gerne die Gelegenheit zum Austausch mit den Vertrauenspersonen in ihrer Stammapotheke. Kraft und Motivation schöpft Livia Brunold unter anderem aus den Reaktionen ihrer Kunden: «Die meisten sind sehr dankbar, wenn wir uns über das rein Pharmazeutische hinaus Zeit für sie nehmen. Dass sie ihre Geschichte jemandem erzählen können, der ihre Situation versteht, hilft oft schon.» Was Livia Brunold den Leuten gern rät: Sich etwas Schönes gönnen und für einmal nicht nur an die Krankheit denken. «Das gibt neue Kraft.»

In allen Lebenslagen
Der Berufsalltag in der Apotheke dreht sich aber nicht nur um Krankheiten – von der Prävention über Dienstleistungen in diversen Lebenslagen bis hin zur Wundversorgung nach kleinen Unfällen ist alles dabei. So dürfen die Pharma-Assistentinnen auch an vielen schönen Situationen teilhaben, zum Beispiel wenn sie Schwangere beraten, Mütter mit Babys oder Kleinkindern betreuen oder Reiseapotheken vorbereiten. «Auch, wenn sich ein Patient nach einer schweren Krankheit wieder erholt, ist das wunderbar.»

Zum Berufsalltag der Pharma-Assistentinnen gehören unter anderem administrative Aufgaben sowie Laborarbeit. Eine willkommene Abwechslung für Livia Brunold: «An der Herstellung reizt mich die Präzision und Ruhe, mit der man arbeiten muss.»

Ihren Feierabend gestaltet die 19-Jährige sehr aktiv. «So komme ich auf andere Gedanken und bin am nächsten Tag wieder fit für unsere Kunden.» Ganz kann sie die Rolle aber auch zu Hause nicht ablegen, denn ihr professioneller Rat als Pharma-Assistentin ist auch bei Familie und Freunden sehr gefragt. «Manchmal muss ich die Leute fast ein bisschen bremsen und zu Hausmitteln oder pflanzlichen Alternativen raten – das kommt auch bei den Kunden in der Apotheke immer wieder vor.»

 

Quelle: astreaApotheke, Ausgabe 07/2014



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