Zur Startseite
startseite | nofalldienste | geschäftsstelle | sitemap | impressum
 
 
   

Basellandschaftlicher Apotheker-Verband

Frau Nadine Minder, lic.iur.
Elisabethenstrasse 23
4051 Basel

Fon 061 273 86 71
Fax 061 273 86 73

05.12.2014
Erkältung und Grippe: Was die Apothekerin rät

Medikamente gegen Erkältung und Grippe gibt es nicht. Wohl aber zahlreiche Mittel, um die Symptome zu lindern und die natürliche Heilung zu unterstützen. Für eine sinnvolle Anwendung braucht es Know-how, wie es Mitarbeitende von Apotheken haben.
Andrea Söldi

Es ist zwar meist nichts Tragisches, aber trotzdem ganz schön lästig: Kaum bläst das erste kalte Lüftchen, kratzt es im Hals. Die Nase beginnt zu laufen, und man fühlt sich schlapp. Eine Erkältung ist im Anzug. Erkältungen sind die häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt. Erwachsene erwischt es im Durchschnitt zwei- bis dreimal pro Jahr, Kinder zum Teil deutlich öfter. Obwohl alle aus eigener Erfahrung nur zu gut wissen, was unter einer Erkältung zu verstehen ist, ist der Begriff nicht klar definiert. Die medizinisch korrekte Bezeichnung lautet «grippaler Infekt» – nicht zu verwechseln mit einer richtigen Grippe. Letztere ist eine schwerwiegendere Erkrankung, die von anderen Viren verursacht wird.
Auch für Erkältungssymptome sind zahlreiche verschiedene Viren verantwortlich. Manchmal sind zusätzlich Bakterien im Spiel. Die fiesen kleinen Wesen nisten sich gern in den Schleimhäuten unserer Atemwegsorgane ein und vermehren sich dort prächtig. Und dies nicht nur im Winter. Mit Kälte hat die Erkrankung nämlich höchstens indirekt zu tun: In der kalten Jahreszeit hält man sich häufig in überheizten Räumen mit trockener Luft auf. Und trockene Schleimhäute sind empfänglicher für Erreger. Zudem ist die Widerstandsfähigkeit des Körpers wohl geringer, wenn er friert oder Durchzug ausgesetzt ist. Anfälliger sind wir auch, wenn wir übermüdet, durch andere Ursachen geschwächt oder gestresst sind.

Den Anfängen wehren
Das ultimative Mittel, das per sofort alle Beschwerden wegbläst, wurde bis heute nicht erfunden. Dennoch ist es möglich, den Körper beim natürlichen Abwehrprozess zu unterstützen. Apotheken halten zudem eine Palette von Mitteln bereit, welche die störenden Beschwerden zu lindern vermögen. Ihre Mitarbeiterinnen sind erfahrene Ratgeber, wenn es darum geht, die passende Methode zu finden. Denn die Behandlung sollte genau auf die Symptome abgestimmt werden. Wichtig ist auch, dass man eine allfällige Verschlechterung nicht verpasst. Breitet sich die Infektion aus, kann es zu einer Nebenhöhlen- oder im schlimmsten Fall Lungenentzündung kommen.

Halsschmerzen als Startsignal
Eine Erkältung beginnt häufig mit Halsschmerzen. Wer sich bei den allerersten Anzeichen gegen die unliebsamen Eindringlinge wehrt, hat gute Chancen, sie im Frühstadium wieder zu vertreiben. Warme Kräutertees haben einen wohltuenden und leicht desinfizierenden Effekt. Noch besser kann sich die Wirkung entfalten, wenn man mit möglichst warmem Tee oder Salzwasser gurgelt. Auch Kräuterpastillen erhöhen die Durchblutung in der Rachenschleimhaut und schützen sie vor dem Austrocknen. Fachapothekerin Martina Leutenegger-Lüssi empfiehlt zudem Lutschtabletten, die gleichzeitig entzündungshemmend und schmerzstillend wirken. Zudem seien Produkte in Sprayform mit schmerzlindernder und desinfizierender Wirkung erhältlich, sagt die Geschäftsführerin der Winterthurer Altstadt Apotheke.

Husten macht Sinn
Wenn sich die Erreger nach unten in die Bronchien ausbreiten, beginnt der Husten. Dies ist eigentlich eine normale Reaktion des Körpers: Um die Keime loszuwerden, bildet sich Schleim, der mit dem Husten ausgeschieden werden soll. Diesen Prozess kann man mit Inhalationen oder Hustensirup unterstützen. Weiter stehen hustenstillende Mittel zur Verfügung. Sie sind wertvoll, wenn der Hals vor lauter Husten schon so stark gereizt ist, dass man gar nicht mehr aufhören kann. «Schleimlösende Mittel tagsüber, hustenstillende in der Nacht», rät die Apothekerin. Denn ein erholsamer Schlaf sei wichtig für den Gesundungsprozess, weiss die Fachfrau, die häufig Kunden berät.

Einen Husten gänzlich zu unterdrücken, wäre hingegen kontraproduktiv: Er ist äusserst wichtig, damit die Sekrete ausgeworfen werden können. Diesen Mechanismus müsse man den Kunden gut erklären, hat Leutenegger-Lüssi die Erfahrung gemacht. Vorsichtig ist sie bei Asthmatikern: Hustenstillende Mittel, welche die Atmung dämpfen, können bei ihnen einen gefährlichen Bronchospasmus auslösen – eine Verkrampfung der Atemmuskulatur. Wohltuend sind auch warme Brustwickel. Sie fördern den Auswurf und erschweren das Vermehren der Krankheitserreger. Denn diese ziehen niedrige Temperaturen vor.

Die Nase voll
Gerne richten sich Erkältungsviren auch in die Nasenschleimhaut ein. Um sie wieder loszuwerden, steigert der Körper die Durchblutung. Dies lässt die Schleimhaut anschwellen. Sie produziert viel Sekret, was sich beim Betroffenen mit einer dauernd triefenden Nase bemerkbar macht. Gute Erfahrungen hat die Apothekerin mit Nasenspülungen gemacht. Apotheken bieten spezielle Geräte an, die mit einer Meersalzlösung aufgefüllt werden. «Die Methode befreit die Nase auf sanfte Art, man kann wieder frei atmen und spült gleichzeitig einen Teil der Viren hinaus», erklärt Leutenegger-Lüssi. Einfacher zu handhaben, vor allem wenn man unterwegs ist, sind Sprays auf Meersalzbasis.

Auch mit ätherischen Ölen, die man auf das Taschentuch gibt oder nachts auf das Kissen träufelt, lässt sich die Nase frei halten. Zurückhaltung sei bei abschwellenden Sprays geboten, warnt die Apothekerin. Einerseits trocknen sie die Nasenschleimhaut aus, was sie für Viren empfänglicher macht. Andererseits kann ein sogenannter Rebound-Effekt entstehen: Nach Abklingen der Wirkung schwillt die Schleimhaut umso schneller wieder an. Um einen Gewöhnungseffekt zu vermeiden, sollte man solche Sprays deshalb nicht länger als dreimal täglich während einer Woche verwenden. In der akuten Phase sind sie aber sinnvoll, vor allem nachts.

Sehr krank fühlt man sich, wenn sich die Keime in die Nebenhöhlen ausbreiten. Verschrieben Ärzte früher umgehend Antibiotika, so warten sie heute eher einige Tage zu. Die Erkrankung kann mit den gleichen Methoden wie ein Schnupfen behandelt werden: Spülungen, Inhalationen und eventuell abschwellende Mittel.

Grippe im Bett auskurieren
Erkältungssymptome treten auch bei einer Grippe auf. Doch diese Art der Erkrankung ist um einiges gravierender: Sie geht mit Kopf- und Gliederschmerzen, hohem Fieber, Husten sowie allgemein starkem Krankheitsgefühl einher. Wer eine Grippe hat, ist definitiv ausser Gefecht gesetzt. Bei geschwächten Personen kann die Krankheit gar zum Tod führen. Deshalb wird Älteren, Geschwächten und den Personen, die sie umgeben, eine Impfung empfohlen. Ist die Grippe bereits ausgebrochen, sind die Möglichkeiten limitiert. Heilende Medikamente stehen nicht zur Verfügung, jedoch solche, welche die Symptome lindern und den natürlichen Heilungsprozess unterstützen. Es handelt sich um die oben beschriebenen Methoden, die man bei Erkältungssymptomen anwenden kann. Im Prinzip gilt: Ins Bett liegen, abwarten und Tee trinken.


Quelle: astreaApotheke, Ausgabe12/2014



Übersicht aller aktuellen Einträge
Zurück zur Homepage