Zur Startseite
startseite | nofalldienste | geschäftsstelle | sitemap | impressum
 
 
   

Basellandschaftlicher Apotheker-Verband

Frau Nadine Minder, lic.iur.
Elisabethenstrasse 23
4051 Basel

Fon 061 273 86 71
Fax 061 273 86 73

01.09.2015
Patientensicherheit
Über potente Pflanzen, vermeintliche Wunder, die richtige Dosis und Ehrlichkeit

Mit verblüffenden Techniken und raffinierten Methoden können Medikamente in unserem Körper Erstaunliches vollbringen. Doch gerade deshalb birgt der Umgang mit ihnen auch Risiken. Sechs Fakten für einen sicheren Umgang mit Medikamenten.
Silvia Weigel, pharmaSuisse

1. Pflanzliche Arzneimittel
«Rein pflanzlich? Super, dann muss das Medikament ja ungefährlich sein!» Diese Haltung ist weitverbreitet, aber falsch. Auch pflanzliche Arzneimittel können Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten hervorrufen. Die Einnahme sollte genauso wie bei synthetischen Präparaten nicht ohne eine Fachberatung erfolgen – insbesondere dann nicht, wenn sie mit anderen Medikamenten kombiniert werden. Das bekannte Johanniskraut kann beispielsweise die Wirkung anderer Medikamente abschwächen, unter anderem die von hormonellen Verhütungsmitteln, Blutverdünnern und dem Immunsuppressivum Ciclosporin, das nach Organtransplantationen eingenommen wird. Wenn Ciclosporin nicht richtig wirkt, versucht der Körper, das transplantierte Organ abzustossen.

2. (Zu) grosse Versprechen
Zahlreiche Internetseiten bieten Medikamente an, von denen wahre Wunder versprochen werden. Dies ist unrealistisch und unseriös. Oft verbergen sich illegale Unternehmen und gefährliche Präparate hinter solchen Angeboten. Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic weist in solchen Mitteln regelmässig gefährliche Inhaltsstoffe und Verunreinigungen nach. So wurden im März dieses Jahres angeblich rein pflanzliche Schlankheitsmittel im Labor untersucht. Zum Vorschein kamen nicht deklarierte synthetische Inhaltsstoffe und Schwermetalle. Von derartigen Produkten geht ein massives Gesundheitsrisiko aus.

3. Spitalaustritt
Heikle Situationen können sich auch nach dem Spitalaustritt ergeben. Denn nach der Umstellung der Medikamente im Spital und allenfalls einer erneuten Umstellung beim Spitalaustritt ist es oft schwer, den Überblick zu behalten. Ein Gespräch mit dem Apotheker oder Hausarzt verschafft Klarheit darüber, welche Medikamente wann und wie eingenommen werden müssen. Nicht mehr benötigte Präparate werden am besten entsorgt, um Verwechslungen zu vermeiden. Sie gehören nicht in den Abfall, sondern können gratis in der Apotheke abgegeben werden.

4. Einnahme von Medikamenten
Die zuverlässige, korrekte und rechtzeitige Einnahme von verschriebenen Arzneimitteln ist entscheidend für den Therapieerfolg. Doch zahlreiche Patienten nehmen ihre Medikamente nach einer gewissen Zeit nicht mehr korrekt oder sogar gar nicht mehr ein, ohne den Arzt oder Apotheker zu informieren. Das kann gefährliche Konsequenzen haben. Gerade bei Krankheiten, die lange Zeit keine spürbaren Auswirkungen haben, ist es verlockend, die Therapie abzubrechen. Doch wer seine Dauermedikation gegen Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Nierenleiden nicht einnimmt, riskiert irreparable Spätfolgen. Zu viele Medikamente sind mindestens genauso schädlich wie zu wenige: Die verschriebene Dosis darf nicht selbstständig erhöht werden, da dies unter anderem zu Vergiftungserscheinungen führen kann. Wer das Gefühl hat, dass ein Medikament nicht schnell genug wirkt, sollte deshalb unbedingt mit dem Arzt oder Apotheker Rücksprache nehmen. Wer über einen längeren Zeitraum mehrere Medikamente einnehmen muss, kann leicht den Überblick verlieren. Ein spezielles Beratungsgespräch mit dem Apotheker bringt Klarheit: Er erklärt die Therapie sowie die richtige Einnahme und füllt bei Bedarf ein Wochendosiersystem ab. Die Krankenkasse bezahlt bis zu zwei solche Beratungsgespräche pro Jahr.

5. Information der Behandelnden
Ärzte und Apotheker fragen ihre Patienten immer, ob sie (noch andere) Medikamente einnehmen. Diese Information brauchen sie, denn zahlreiche Medikamente verursachen bei gleichzeitiger Einnahme gefährliche Wechselwirkungen.

6. Hausapotheke
Der beste Aufbewahrungsort für Medikamente ist eine abschliessbare Hausapotheke. Sie sollte an einem zentralen, kühlen und trockenen Ort angebracht werden – der Schlüssel gut sichtbar, doch für Kinder unerreichbar daneben. Neben verschriebenen Präparaten gehören eine Grundausstattung an Medikamenten und Verbandsmaterial für den Notfall, Instrumente wie Fieberthermometer und Pinzette sowie Notfallnummern in die Hausapotheke. Welche Medikamente im Einzelnen vorrätig sein sollten, hängt vom Haushalt ab (Kinder? Allergien? Grunderkrankungen?). Apotheken bieten hierzu eine kompetente Beratung an. Wichtig ist es in jedem Fall, die Hausapotheke in Ordnung zu halten. Das heisst,
- nicht mehr benötigte Medikamentenreste in der Apotheke entsorgen,
- Medikamente immer in der Originalpackung aufbewahren,
- Bestandsliste mit allen Medikamenten und Ablaufdaten in der Schranktür aufbewahren und regelmässig überprüfen.

Ausführlichere Informationen
zur Hausapotheke auf
www.astrea-apotheke.ch

Quelle: astreaApotheke, Ausgabe September 2015



Übersicht aller aktuellen Einträge
Zurück zur Homepage