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Basellandschaftlicher Apotheker-Verband

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05.10.2015
Grippeimpfung
«Wir sammeln Virenstämme aus aller Welt»

Eine jährliche Impfung ist der einzig wirksame Schutz gegen die Grippe, die laut der Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit jedes Jahr bis zu 500 000 Todesfälle verursacht. Dr. Caroline Brown, Programmmanager für Grippe und andere Atemwegserkrankungen bei der WHO Europa, erklärt, wie der jährliche Impfstoff entwickelt wird und weshalb die Grippeimpfung so wichtig ist.
Silvia Weigel, pharmaSuisse

Letztes Jahr war die Grippeimpfung weniger wirksam als in anderen Jahren – warum?
Dr. Caroline Brown: Einer der Virustypen, der in der Grippeimpfung enthalten ist, der H3N2-Virus, hat sich seit der Entwicklung des Impfstoffs verändert. Deshalb hat der Impfstoff einen weniger starken Schutz geboten als sonst üblich. Es kann vorkommen, dass sich die Viren während des Jahres so stark verändern, aber das ist höchst selten.

Weshalb sollte man sich dieses Jahr trotzdem wieder impfen lassen?
Grundsätzlich muss die Impfung jährlich wiederholt werden, weil jedes Jahr andere oder abgewandelte Virenstämme vorherrschen. Im Normalfall bietet die Impfung einen sehr guten Schutz gegen die Grippe. Und wenn sie, wie im vergangenen Jahr, weniger wirksam ist, so ist sie immer noch der beste verfügbare Schutz. Selbst wenn die Impfung eine Infektion nicht verhindern kann, sorgt sie zumindest für einen weniger schweren Verlauf der Krankheit. Im Übrigen schützt die Impfung nicht nur vor einem Virus, sondern – je nach Impfstoff– vor drei Viren. Neu gibt es auch einen Impfstoff mit vier Virusstämmen.

Wann und wie wird der jährliche Grippeimpfstoff entwickelt?
Es gibt zwei Grippeimpfstoffe, die zeitversetzt entwickelt werden – einen für unsere Nordhalbkugel und einen für die Südhalbkugel. Für den Impfstoff, der zwischen Mitte Oktober und Mitte November in unseren Breitengraden verabreicht wird, sammeln Fachstellen auf der Südhalbkugel bis Februar so viele Virenstämme wie möglich. Diese werden dann bei der WHO gesammelt und analysiert. Im Februar treffen sich Experten aus verschiedenen Ländern, um zu entscheiden, welche Viren in den Impfstoff gehören. Sobald die Entscheidung gefallen ist, geben wir sie den Herstellern bekannt, damit die Impfstoffe entwickelt werden können. Die Labore der Pharmafirmen erhalten von der WHO Proben der drei Virenstämme, anhand derer sie den Impfstoff entwickeln können.

Wie kann man schon im Februar wissen, gegen welche Virenstämme wir uns im Oktober schützen müssen?
Aufgrund der gesammelten Proben lassen sich fundierte Vermutungen darüber anstellen, welche Viren im Herbst besonders verbreitet sein werden. Wir zögern die Entscheidung so lange wie möglich hinaus, damit wir die optimale Datenbasis für unsere Entscheidung haben.

Wie wird die Sicherheit der Impfung gewährleistet?
Nur Unternehmen mit einem entsprechenden Sicherheitszertifikat dürfen die Impfstoffe herstellen. Wie bei allen Medikamenten sind strenge Sicherheitsrichtlinien einzuhalten. Der Impfstoff hat sich beim breiten Einsatz am Menschen als sicher bewährt. Zusätzlich wird der neue Impfstoff jedes Jahr ausgiebig im Labor getestet. Erst, wenn die Impfung sicher ist, wird sie der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.


Quelle: astreaApotheke, Ausgabe Oktober 2015



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