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Basellandschaftlicher Apotheker-Verband

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04.12.2015
Nase verstopft!
Schnupfen – oder was?

Winterzeit ist Schnupfenzeit. Meist tritt der Schnupfen dann im Rahmen einer Erkältung auf. Doch es gibt noch andere Gründe für eine verstopfte oder laufende Nase. Hier eine Übersicht über die verschiedenen Ursachen von Schnupfen und dessen Behandlungsmöglichkeiten.
Christiane Schittny, Apothekerin

Wie kommt es zu Schnupfen oder «Rhinitis» – wie der Fachausdruck lautet – und welche Symptome sind typisch? Verschiedene Auslöser wie zum Beispiel Viren oder Pollen verursachen eine lokale Entzündung der Nasenschleimhaut. Die hierdurch freigesetzten Botenstoffe sorgen für eine Abwehr des Körpers. In der Folge wird in den Schleimdrüsen mehr Schleim produziert und die Nase läuft. Auch bewirkt die Entzündung eine vermehrte Durchblutung der Nasenschleimhaut. Diese schwillt an und erschwert das Atmen: Die Nase ist «verstopft».

Erkältungsschnupfen
Gerade in der kalten Jahreszeit ist ein Erkältungsschnupfen sehr häufig. Dabei handelt es sich um eine Infektion mit Viren, in den meisten Fällen mit Rhinoviren. Kälte begünstigt zwar einen solchen Schnupfen, sie ist aber nicht der Auslöser. Häufig treten gleichzeitig noch andere Symptome wie beispielsweise Niesreiz, Kopfschmerzen, wunde Haut rund um die Nase oder ein allgemeines Krankheitsgefühl auf. Da die Übertragung der Viren entweder von Mensch zu Mensch oder aber über infizierte Gegenstände geschieht, kann man vorbeugen, indem man sich möglichst von erkrankten Menschen fernhält und sich häufig die Hände gründlich mit Seife wäscht.

Allergisch bedingter Schnupfen
Die Ursache dieser Art von Schnupfen, zu der auch der Heuschnupfen gehört, liegt hier anders: Es handelt sich um eine allergische Reaktion des Körpers auf Auslöser wie beispielsweise Blüten- und Gräserpollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Daunenfedern. Durch die Überempfindlichkeit gegen die entsprechenden Auslöser entsteht ebenfalls eine Entzündungsreaktion, die oft nicht nur die Nase, sondern auch die Augen, die Haut oder die Atemwege betrifft. Vorbeugen kann man, indem man den Auslösern möglichst aus dem Weg geht. Dies ist aber oft nicht ganz einfach zu bewerkstelligen. Antiallergika können symptomatisch helfen, in schwereren Fällen kommt auch eine Hyposensibilisierung in Betracht. Medikamentös bedingter Schnupfen Der Fachausdruck lautet «Rhinitis medicamentosa » und die Symptome entstehen infolge eines längerfristigen Gebrauchs abschwellender Nasensprays oder -tropfen. Der übermässige Gebrauch dieser Arzneimittel bewirkt eine anhaltende Schwellung der Nasenschleimhaut, was wiederum zum Griff nach abschwellenden Mitteln verleitet, damit man besser atmen kann. Es entsteht ein Teufelskreis, aus dem es schwierig ist, wieder herauszukommen. Um diesem Problem vorzubeugen, sollte man abschwellende Nasentropfen oder -sprays nie länger als eine Woche und nur in angegebener Dosierung verwenden.

Schwangerschaftsrhinitis
Dieser Schnupfen hat wahrscheinlich hormonelle Ursachen und ist weder allergisch noch infektiös bedingt. Aber auch hier ist das Hauptsymptom eine verstopfte Nase, welches über längere Zeit anhalten kann. In der Regel verschwinden die Beschwerden kurz nach der Geburt des Kindes. Die Behandlung sollte nicht mit den herkömmlichen abschwellenden Nasensprays erfolgen, sondern eher mit Meersalz-Nasensprays oder mit Nasenspülungen.

Vasomotorische Rhinitis
Hier handelt es sich um einen Schnupfen mit verstopfter oder laufender Nase, der von verschiedenen äusseren Faktoren verursacht oder verschlimmert wird. Beispiele für Auslöser sind starke Gerüche, Rauch, Staub, helles Licht, Stress, Müdigkeit, Temperaturschwankungen oder Luftdruckveränderungen. Die Symptome ähneln denjenigen einer Pollenallergie, sie treten aber ganzjährig auf und die Augen sind nicht mitbetroffen. Wie genau diese Art von Schnupfen entsteht, ist noch nicht bekannt. Man geht aber davon aus, dass die Ursache mit einem Ungleichgewicht des vegetativen Nervensystems und mit einer erhöhten Empfindlichkeit der Nasenschleimhaut zu tun hat.

Nasenpolypen
Diese gutartigen Schleimhautvorwölbungen im Nasenraum oder in den Nebenhöhlen verengen die Atemgänge in der Nase und führen zu einer «verstopften» Nase. Durch die chronische Entzündung kommt es zudem zu einem wässrigen Ausfluss, und oft ist der Geruchssinn beeinträchtigt. Die Diagnose kann mit Nasenspiegelungen oder einem Computertomogramm (CT) erfolgen. Polypen können medikamentös behandelt werden, in hartnäckigen Fällen kommt auch ein chirurgisches Entfernen der Polypen infrage.

Abschwellende Nasensprays und -tropfen
Sie enthalten gefässverengende Wirkstoffe, die eine Abschwellung der Nasenschleimhaut und eine Verminderung des Ausflusses aus der Nase zur Folge haben. Die Nase wird frei und man kann wieder besser atmen. Wie schon erwähnt, sollten diese Arzneimittel wegen der Gefahr der Abhängigkeit nicht länger als eine Woche am Stück angewendet werden. Die übliche Dosierung beträgt drei- bis viermal täglich einen Sprühstoss in jedes Nasenloch. Diese Mittel werden bei Schnupfen verschiedenen Ursprungs eingesetzt, bei Mittelohr- und Nebenhöhlenentzündungen oder wenn der Druckausgleich in den Ohren Probleme macht. Weniger geeignet sind sie bei allergisch bedingtem Schnupfen, bei Schwangerschaftsrhinitis oder zur Behandlung von Nasenpolypen. Es versteht sich von selbst, dass die medikamentenbedingte Rhinitis nicht mit abschwellenden Mitteln behandelt werden sollte!

Glukokortikoidhaltige Nasensprays
Sie haben eine antiallergische, entzündungshemmende und abschwellende Wirkung und werden bei allergisch bedingter Rhinitis, bei Nebenhöhlenentzündungen und bei Nasenpolypen eingesetzt. Auch helfen sie bei der Abgewöhnung von abschwellenden Nasentropfen. Die Sprays werden je nach Wirkstoff ein- bis zweimal täglich und regelmässig angewendet. Sie zeigen im Gegensatz zu Glukokortikoidtabletten kaum Nebenwirkungen und können über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Da der Wirkstoff schlecht wasserlöslich ist, setzt er sich im Fläschchen ab und muss vor jedem Gebrauch kurz aufgeschüttelt werden.

Ätherische Öle
Dies sind stark riechende, ölige, pflanzliche Wirkstoffgemische, die bei vielerlei Beschwerden helfen. So werden sie beispielsweise gegen Muskel- und Gelenkschmerzen oder bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt, speziell auch bei Erkältungskrankheiten und Schnupfen. Pfefferminz, Eukalyptus, Kiefer, Melaleuca, Lavendel und Thymian gehören zu den häufig verwendeten ätherischen Ölen, wenn es um die Behandlung von Schnupfen und Erkältungen geht. Die Öle werden meist in Form von Wasserdampfinhalationen oder Riechstiften, als Zusatz in Duftlampen oder Raumbefeuchtern, in Erkältungsbädern oder in Salben für die Nase oder zum Einreiben auf Brust und Rücken eingesetzt. Bei Kleinkindern sollte allerdings auf Eukalyptus und Menthol verzichtet werden, denn diese Stoffe können bei ihnen Atembeschwerden auslösen!

Was sonst noch hilft
Eine gesunde, ausgewogene und vitaminreiche Ernährung, regelmässiger Sport und genügend Ruhe sind die Garanten für ein starkes Immunsystem. Unterstützend wirken in der kalten Jahreszeit die Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, am besten in Form eines ausgewogenen Multivitaminpräparates. Bei den ersten Anzeichen eines beginnenden Schnupfens hilft oft auch die Einnahme eines Echinacea-Präparates. Zudem sollte man auf eine hohe Luftfeuchtigkeit in den Räumen achten und auch stets genug trinken. So trocknen die Schleimhäute weniger aus und sind widerstandsfähiger gegen Viren und andere Krankheitsauslöser.

Quelle: astreaApotheke, Ausgabe Dezember 2015



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