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Basellandschaftlicher Apotheker-Verband

Frau Nadine Minder, lic.iur.
Elisabethenstrasse 23
4051 Basel

Fon 061 273 86 71
Fax 061 273 86 73

06.04.2016
Dienstleistungen aus der Apotheke – Unsere Arbeit kann kein Computer ersetzen

Ein Pharmaziestudium ist äusserst anspruchsvoll, aber auch sehr vielseitig. So der einhellige Tenor der Studierenden an der Universität Basel. Was bewegt junge Menschen, sich für diese Studienrichtung zu entscheiden und welche Perspektiven haben sie? Rahel Rohrer, pharmaSuisse

Noah Aebi, Bachelorstudent Pharmazie
Macht diesen Sommer den Bachelor in pharmazeutischen Wissenschaften an der Universität Basel. Wäh-rend des dreijährigen Studiums hat sich bestätigt, dass dies für ihn genau die richtige Wahl ist: «Ursprünglich wollte ich Biologie studieren, naturwissenschaftliche Fächer haben mich schon immer interessiert», sagt der Dreiundzwanzigjährige, «doch mit Pharmazie bin ich näher am Berufsleben, das Studium ist sehr breit gefächert.»
Aebi will nach dem Bachelor in Basel weiterstudieren und nach zwei Jahren Masterstudium das Staatsexamen absolvieren. Dann darf er sich eidgenössisch diplomierter Apotheker nennen. Der Basler kann sich gut vorstellen, später noch tiefer ins Thema einzutauchen und in der Forschung zu arbeiten. Doch erstmals fordert ihn das Grundstudium. «Die Fantasie vom lockeren Studentenleben trifft überhaupt nicht zu: Innerhalb kurzer Zeit kommt extrem viel Stoff auf uns zu, das Studium ist dicht bepackt. Wenn man sich nicht gut organisiert und nicht ständig dran bleibt, ist man verloren.» Nebst dem Studium schafft er sich auch noch Platz fürs Basketballspielen. Seine Eltern unterstützen ihn, doch den bald geplanten Auszug von zu Hause muss er selbst finanzieren. Das gelingt ihm nur dank drei verschiedener Nebenjobs – im Sportgeschäft, im Catering und im Versandhandel. Am besten gefällt ihm im Studium, wenn er die Theorie in die Praxis umsetzen kann, zum Beispiel beim Entwickeln einer Tablette oder beim Beraten von Menschen, die mehrere Medikamente einnehmen.

Seraina Disler, Masterstudentin Pharmazie
Sie ist im zweiten Jahr des Masterstudiums in Pharmazie. Sie bestätigt die Aussage von Noah Aebi: Viel Info in kurzer Zeit! Als Kind wollte die Vierundzwanzigjährige Tierärztin werden, doch sie ist erblich vorbelastet: Schon der Grossvater führte eine Apotheke, und ihre Mutter und ihr Vater haben beide Pharmazie studiert – und sich an der Uni kennengelernt. «Meine Schwester und ich standen schon als kleine Mädchen in der Apotheke meiner Eltern. Ich kann mir gut vorstellen auf diesem Gebiet ein Leben lang zu arbeiten, da es sehr vielseitig ist und es viele Fortbildungsmöglichkeiten gibt.» Im Masterstudium steht auch ein neunmonatiges Praktikum in der Apotheke auf dem Programm, das sie selbstverständlich nicht in der elterlichen Apotheke vollbringt. «Das Schönste ist für mich, wenn Kunden extra in die Apotheke zurückkommen, um sich für die Beratung zu bedanken.» Ob sie die elterliche Apotheke in ein paar Jahren übernehmen wird, steht noch in den Sternen. «Natürlich würden sich meine Eltern darüber freuen und die Chancen stehen ja auch nicht schlecht. Aber sie lassen mir alles offen.»

Dr. Daphne Reinau, Apothekerin in Weiterbildung Klinische Pharmazie
Vater ist keine medizinische Fachperson, er studierte neben Latein auch Altgriechisch – und deshalb mussten es bei Daphne und ihrem Bruder Timon unbedingt griechische Namen sein. Nach dem Staatsexamen doktorierte Daphne Reinau drei Jahre an der Spitalpharmazie des Universitätsspitals Basel auf dem Gebiet der Hautkrebsprävention. Damit nicht genug: Seit April 2015 durchläuft sie eine einjährige Weiterbildung in Klinischer Pharmazie. Die Disziplin ist in der Schweiz noch jung und fördert die angemessene, sichere und ökonomische Anwendung von Arzneimitteln in interprofessioneller Zusammenarbeit. «Ich begleite den Arzt ans Spitalkrankenbett und unterstütze ihn, das optimale Medikament für den Patienten zu finden.» Die Devise lautet: So gut wie möglich, nur so viel wie nötig, anwenderfreundlich und möglichst kosteneffizient. Ärzte, Pflegefachpersonen und natürlich auch Patienten sind froh um das vertiefte Wissen der Profis. «Wir werden nicht als Polizist am Spitalbett wahrgenommen, sondern als Freund und Helfer. Oftmals hören wir am Ende der Visite ein Dankeschön, das ist unheimlich motivierend.» Reinau betreibt viel Aufwand, um ihr Wissen à jour zu halten und alle Fragen rund um die vielen zugelassenen Medikamente gezielt zu beantworten: Wird jede Diagnose adäquat behandelt? Wie entwickeln sich die Laborwerte? Stimmt die Dosierung? Ist die Darreichungsform für den Patienten ideal? Kommt es zu Wechselwirkungen (Interaktionen) zwischen den Medikamenten? Welche Nebenwirkungen sind zu berücksichti-gen? Sie ist überzeugt, dass kein Computer dieses komplexe Wissen hinbekommt. Nebst Visitenbegleitung und einer «Telefonhotline» für Ärzte und Pflegefachpersonen bietet die Abteilung Klinische Pharmazie am Universitätsspital Basel ausgewählten Patienten Medikamentenschulungen an. «Wir besprechen gemeinsam in aller Ruhe, auf was zu Hause bei der Einnahme der Medikamente geachtet werden muss. Dabei kommen oft auch Kleinigkeiten zur Sprache, die eine grosse Wirkung haben, wie zum Beispiel die richtige Lagerung der Medikamente.» Daphne Reinau hat als leidenschaftliche Dressurreiterin auch ihre berufliche Passion gefunden. «Für mich ist die Kombination aus Chemie, Biologie, Medizin und Patientenkontakt perfekt.»

Quelle: astreaApotheke, Ausgabe April 2016



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