Zur Startseite
startseite | nofalldienste | geschäftsstelle | sitemap | impressum
 
 
   

Basellandschaftlicher Apotheker-Verband

Frau Nadine Minder, lic.iur.
Elisabethenstrasse 23
4051 Basel

Fon 061 273 86 71
Fax 061 273 86 73

06.12.2016
Erkältung, Schnupfen, Grippe

Draussen ist es kalt und neblig. Die Nasenspitze ist nicht nur von der Bise kalt und rot, nein, eine Erkältung hat Sie erwischt. Nebst dem lästigen Nasentropf werden Sie von Müdigkeit und Kopfschmerzen geplagt. Was können Sie tun?
Rebekka Thöni Tobler, Apothekerin FPH Offizinpharmazie, Homöopathin

Bei einer Erkältung treten Symptome wie Halsschmerzen, Niesen, laufende und später verstopfte Nase, Husten, Heiserkeit, Müdigkeit und Kopfschmerzen auf. Fieber ist bei Erwachsenen selten, wird aber bei Kindern häufig beobachtet. Eine Erkältung wird oft von den sogenannten Rhinoviren ausgelöst, aber auch zahlreiche weitere Viren kommen als Verursacher infrage. Übertragen werden sie durch Tröpfcheninfektion beim direkten oder indirekten Kontakt mit Sekreten einer infizierten Person (Händeschütteln oder Berührung von Gegenständen). Die Charakteristik der Erkältung variiert je nach Erreger. Die Zeit vom Kontakt mit dem Virus bis zum Ausbruch der Erkrankung ist kurz. Beschwerden können schon zwölf Stunden nach der Übertragung auftreten. Im Durchschnitt dauert eine Erkältung sieben bis zehn Tage; besonders der Husten kann länger anhalten.

Wie äussert sich die richtige Grippe?
Die von den Influenzaviren ausgelöste Grippe gilt als separate Erkrankung. Sie beginnt plötzlich und äussert sich in Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Schwäche, Müdigkeit, Schnupfen und Husten. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt ein bis drei Tage. Die Grippe tritt vor allem in den Wintermonaten auf. Sie dauert normalerweise ein bis zwei Wochen und geht von alleine wieder vorbei. Die Grippe ist aber nicht harmlos, denn sie kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen und tödlich enden. Zum Glück gibt es als Prävention für Risikogruppen, z. B. Patienten mit einer Grunderkrankung oder ältere Menschen, die Grippeimpfung.

Warum ist man trotz Grippeimpfung nicht vor einer Erkältung gefeit?
Die Grippeimpfung schützt nur gegen die in der Impfung enthaltenen Subtypen der Influenzaviren. Die Impfung selbst wird jedes Jahr neu nach den zu erwartenden Erregern zusammengestellt.
Erkältungsmittel lindern die Beschwerden, verkürzen aber die Krankheitsdauer einer Grippe oder Erkältung nicht wesentlich. Ihr Einsatz ist trotzdem wichtig, denn sie helfen, gefürchtete Komplikationen wie Mittelohrentzündung, Nebenhöhlenentzündung, Lungenentzündung oder Hirnhautentzündung zu verhindern.

Was hilft bei einer Erkältung?
Schulmedizin
Schmerzmittel mit den Inhaltsstoffen Paracetamol, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure helfen gegen Fieber, Hals-, Glieder- und Kopfschmerzen. Leiden Sie an bestimmten Grunderkrankungen oder müssen Sie noch andere Medikamente einnehmen, fragen Sie am besten in der Apotheke nach, welches Präparat für Sie geeignet ist.

Abschwellende Nasensprays (oder Nasentropfen) mit den Wirkstoffen Xylometazolin und Oxymetazolin werden gegen Schnupfen eingesetzt. Sie verengen die erweiterten Blutgefässe in der Nasenschleimhaut und machen so das freie Atmen wieder möglich. Zudem helfen sie, bei starken Beschwerden oft Komplikationen wie Nebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen zu vermeiden. Sie dürfen aber nicht länger als fünf bis sieben Tage verwendet werden, da sie zur Gewöhnung führen können.

Meerwasser (oder Salzwasser) wird als Spray oder Spülung zur Reinigung und Befeuchtung der Nasenschleimhaut verwendet. Diese Lösungen dürfen Sie bei Schnupfen und Nebenhöhlenentzündungen bedenkenlos mehrmals täglich anwenden; sie wirken pflegend (siehe Box).

Aromatherapie
Wadenwickel bei Fieber: In einen Liter Wasser (das nur zwei bis drei Grad unter der aktuellen Körpertemperatur liegt) je einen Tropfen der folgenden ätherischen Öle geben, mischen und mit einer Gaze Wickel machen:

  • Bergamotte
  • Eucalyptus radiata (alternativ Cajeput oder Myrte)
  • Pfefferminze
  • Zitrone

Inhalationen bei Schnupfen: Giessen Sie circa einen Liter siedendes Wasser in ein Becken. Halten Sie ein Frottiertuch bereit. Geben Sie drei bis fünf Tropfen ätherische Öle ins noch heisse Wasser. Nun decken Sie Kopf und Becken mit dem Frottiertuch zu und atmen den heissen Dampf durch die Nase tief ein. Folgende Mischung wirkt antiviral und antibakteriell, entzündungshemmend, fiebersenkend, keimreduzierend und abwehrsteigernd:

  • 1 – 2 Tropfen Ravintsara (alternativ Eucalyptus radiata, Myrte oder Cajeput)
  • 1 Tropfen Thymian Thujanol (oder Linalool)
  • 1 – 2 Tropfen Weisstanne (alternativ alle Zitrusöle)

Erkältungsbalsame bestehen aus einer fettigen Grundlage, in der ätherische Öle gelöst vorliegen. Sie werden bei Husten und Schnupfen auf die Brust sowie auf die Fusssohlen eingerieben. Sie erhalten fertige Produkte in Ihrer Apotheke. Alternativ können Sie sechs bis zehn Tropfen Inhalationsmischung in dreissig Milliliter Jojobaöl geben und schon haben Sie Ihr eigenes Erkältungsöl.

Erkältungsbäder sind wohltuend bei Husten und Schnupfen. Lassen Sie ein warmes Vollbad in die Wanne. Vermischen Sie anschliessend acht bis zehn Tropfen einer Mischung aus ätherischen Ölen mit einer Handvoll Meersalz oder mit ein bis zwei Deziliter Rahm und geben Sie es dem Badewasser zu. Geniessen Sie die Wärme und den heilenden Duft der folgenden Mischung:

  • 3 Tropfen Eucalyptus radiata (alternativ Ravintsara, Cajeput oder Myrte)
  • 3 Tropfen Thymian Thymol (alternativ Linalool)
  • 2–4 Tropfen Lavendel (beruhigend) oder Zitrone (belebend)

Welche Präparate sollte man sicherheitshalber zu Hause haben?

  • Schmerzmittel: Paracetamol, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure
  • Nasendusche auf Salzwasserbasis
  • Abschwellender Nasenspray
  • Diverse ätherische Öle gegen Erkältung oder fertige Inhalationspräparate
  • Erkältungstee
  • Schüssler Salze Nr. 3, Nr. 4 und Nr. 6
  • Lutschtabletten gegen Halsschmerzen

Phytotherapie
Bei Erkältungen ist es immer sinnvoll, viel zu trinken. Warum nicht Tee mit etwas Zitrone und Honig versetzt? Folgende Mischung hilft, zu schwitzen, löst Schleim und lindert Husten: Lindenblüten, Holunderblüten, Schlüsselblumenblüten und Thymiankraut zu gleichen Teilen gemischt.
Als Tropfen zum Einnehmen gibt es Pelargonium sidoides, das schleimlösend bei Katarrh wirkt (Nase und Bronchien).

Schüssler Salze
Während den ersten ein bis zwei Tagen einer Erkältung wird bis zu viertelstündlich eine Tablette Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12 gelutscht. In der zweiten Entzündungsphase, wenn Schleim produziert wird und die Drüsen angeschwollen sind, während zwei bis drei weiteren Tagen stündlich eine Tablette Nr. 4 Kalium chloratum D6 lutschen. Falls in der dritten Entzündungsphase der Schleim zäh und gelb bis ockerfarbig wird, auf Nr. 6 Kalium sulfuricum D6 wechseln.



Übersicht aller aktuellen Einträge
Zurück zur Homepage