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Basellandschaftlicher Apotheker-Verband

Frau Nadine Minder, lic.iur.
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4051 Basel

Fon 061 273 86 71
Fax 061 273 86 73

19.01.2017
Rauchstopp oder Reduktion lohnt sich

Rauchen kann viele Erkrankungen auslösen und verschlechtert die Lebensqualität. Nach dem Jahreswechsel ist die Gelegenheit günstig für einen Rauchstopp. Die Nikotinersatztherapie hilft dabei und erhöht die Chance, dauerhaft rauchfrei zu bleiben.
Dr. Alexander Vögtli, Apotheker, PharmaWiki.ch

Mit dem Rauchen aufzuhören oder das Rauchen zu reduzieren, ist eine der besten Entscheidungen Ihres Lebens. Denn mit jedem Zug, den Sie einsparen, werden dem Körper auch weniger gesundheitsschädliche und krebserregende Stoffe zugeführt, die Krankheiten und Todesfälle verursachen.
Die bekannteste Komplikation des Rauchens ist Lungenkrebs. Doch Rauchen ist auch ein Risikofaktor für viele weitere Krebsarten, und er kann die Entstehung unzähliger Erkrankungen begünstigen – von der Arthritis über Impotenz bis zum Herzinfarkt. Auch die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) wird fast ausschliesslich vom Rauchen verursacht. Die Patienten werden dabei von einem chronischen Husten geplagt, atmen schwer und haben eine deutlich eingeschränkte Lebensqualität. Gründe für einen Rauchstopp gibt es also genug. Packen wir es an!

Nikotin macht süchtig
Nikotin ist ein natürlicher Inhaltsstoff der Tabakpflanze, der für die Abhängigkeit beim Rauchen verantwortlich ist. Wird Tabakrauch inhaliert, gelangt das Nikotin in die Lunge und wird von dort rasch in den Blutkreislauf aufgenommen. Ohne grosse Verzögerung wird es schnell zum Gehirn weitertransportiert, wo es Botenstoffe des Nervensystems beeinflusst. Das Aufhören fällt deshalb vielen so schwer, weil Nikotin rasch eine psychische und körperliche Abhängigkeit auslöst, die bei Rauchstopp erst überwunden werden muss.

Nikotinersatztherapie
In Apotheken sind verschiedene Produkte mit Nikotin erhältlich, welche für die medikamentöse Unterstützung der Raucherentwöhnung vorgesehen sind. Mithilfe von unterschiedlichen Darreichungsformen kann auf die verschiedensten Bedürfnisse der Raucherinnen und Raucher eingegangen werden.
Dass eine Nikotinabhängigkeit mit Nikotin behandelt werden kann, hört sich zunächst widersprüchlich und unlogisch an. Bei näherer Betrachtung werden die Vorteile der Nikotinersatztherapie jedoch schnell deutlich: Zunächst ist Nikotin alleine weit weniger schädlich als das Rauchen des Tabaks. Es verursacht keinen Krebs und keine Herz- oder Lungenkrankheiten. Bereits der Wechsel von der Zigarette zum Nikotinpräparat wirkt sich also gesundheitsfördernd aus. Zweitens gelangt das Nikotin aus den Ersatzprodukten deutlich langsamer zum Wirkort im Gehirn. Die Konzentrationen im Blut sind tiefer und die Effekte halten länger an. Dadurch findet schon bei der Umstellung ein kleiner Entzug statt und das Aufhören wird erleichtert. Und schliesslich lindert das zugeführte Nikotin die Entzugssymptome, die sich nach dem Aufhören einstellen. Es erhöht so die Wahrscheinlichkeit, mit dem Rauchen ganz aufzuhören.

Die verschiedenen Darreichungsformen
Das bekannteste Nikotinersatzprodukt ist der Nikotinkaugummi. Die Kaudepots werden verabreicht, wenn Lust auf eine Zigarette verspürt wird. Wichtig ist, dass sie sehr langsam gekaut werden und dass bei ihrer Anwendung regelmässige Kaupausen eingelegt werden, damit das freigekaute Nikotin auf die Mundschleimhaut einwirken kann. Die Dosis wird an den Bedarf und an die Nikotinabhängigkeit angepasst. Daneben sind auch Lutsch- und Sublingualtabletten erhältlich.
Nikotinpflaster werden auf die Haut geklebt und geben den Wirkstoff je nach Hersteller kontinuierlich über 16 beziehungsweise 24 Stunden in den Blutkreislauf ab. Dadurch wird das Rauchverlangen während des ganzen Tages verringert. Nikotinpflaster können zum Beispiel diskret auf dem Oberarm getragen werden.
Mit dem Inhaler wird das Nikotin ähnlich wie mit einer Zigarette inhaliert. Der Vorteil liegt darin, dass die Hände beschäftigt sind und das Ritual wie gewohnt fortgesetzt werden kann. Der Mundspray hilft bei einem akuten Verlangen, das baldmöglichst gestillt werden soll. Das Nikotin wird dabei über die Mundschleimhaut aufgenommen und übt seine Wirkungen schon innert einer Minute aus. Das ist deutlich schneller als bei den zuvor erwähnten Varianten.

Praktisches Vorgehen
Bei der Nikotinersatztherapie existieren zwei Methoden, um mit dem Rauchen aufzuhören: Entweder wird das Rauchen von einem auf den anderen Tag beendet (kalter Entzug) und gleich im Anschluss wird mit dem Ersatzprodukt begonnen. Oder das Rauchen wird schrittweise reduziert und langsam eine Zigarette nach der anderen durch ein Nikotinpräparat ersetzt. Das Ziel beider Methoden ist es, auf die Nikotinzufuhr schliesslich ganz zu verzichten.

Unterstützung in der Apotheke
Die Raucherentwöhnung setzt ein hohes Mass an Eigenmotivation voraus. Der Erfolg ist jedoch noch höher, wenn die Raucherinnen und Raucher professionell begleitet werden. In Apotheken werden sie mit einer detaillierten Abklärung, mit einer kontinuierlichen Betreuung, nützlichen Broschüren, Tipps und Tricks und mit den notwendigen Präparaten unterstützt.

Verschreibungspflichtige Medikamente
Alternativ stehen in ärztlicher Behandlung zwei rezeptpflichtige Medikamente zur Verfügung: Vareniclin reduziert das Verlangen nach Rauchen, lindert die Entzugssymptome und verringert die belohnenden Effekte des Nikotins. Bupropion wurde ursprünglich als Antidepressivum entwickelt und schwächt ebenfalls die Entzugserscheinungen ab.

Viel Glück!
Liebe Raucherin, lieber Raucher, eine Sucht zu überwinden und alte Gewohnheiten abzulegen, ist schwierig. Im Falle des Rauchens zahlt sich ein Versuch aber jedenfalls aus. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg, Kraft und Durchhaltevermögen bei der Raucherentwöhnung! Haben Sie Fragen, sind wir gerne für Sie da!



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