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Basellandschaftlicher Apotheker-Verband

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06.04.2017
Darmflora: Verlässliche Partnerin fürs Leben

Auf und in jedem von uns leben zehnmal mehr Bakterien als wir eigene Körperzellen haben. Wie aber beeinflussen diese Keimmassen, die hauptsächlich in unserem Darm anzutreffen sind, unser Leben? Die Wissenschaft liefert spannende Erkenntnisse.
Irene Strauss, Apothekerin

Beginnen wir ganz von vorne. Dass es Bakterien gibt, wissen wir seit fast genau 340 Jahren; dass Bakterien infektiöse Erkrankungen auslösen, ist uns seit rund 140 Jahren bekannt. Erst nach und nach entdeckten Forscher allerdings, dass bestimmte Bakterien, aber auch Hefepilze, Viren und gutartige Parasiten, permanent unseren Körper besiedeln, ohne dabei einen Schaden anzurichten.
Die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die auf und in uns Menschen oder anderen Lebewesen lebt, wurde kurz unter dem Begriff «Mikrobiota» oder im weiteren Sinne unter «Mikrobiom» zusammengefasst. Bakterien machen dabei den Löwenanteil aus. Ihnen wird nachfolgend auch besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Interessant ist, dass man erst vor weniger als 15 Jahren mit der genauen Erforschung des Mikrobioms begann. Man wollte endlich herausfinden, um welche Keime es sich dabei überhaupt handelt und ob sie für uns womöglich sogar von Nutzen sind.

Wer wohnt bei mir?
Dass wir mit ganz anderen Bakterien zusammenleben als ein Regenwurm, scheint wenig überraschend. So hat jede Spezies, wie eben auch wir Menschen, ein ganz charakteristisches Mikrobiom. Unseres wird mittlerweile auf 30 000 verschiedene Arten geschätzt. Jeder von uns beherbergt allerdings nur einen Bruchteil dieser Bakterien: Naturvölker an die 1800 Arten, Industrienationalitäten nur noch rund 1000. Nahrung, Hygienestandards und unser tägliches Umfeld beeinflussen die Zusammenstellung der Keime, die bei jedem Einzelnen von uns so individuell wie ein Fingerabdruck ist. Wann aber wird überhaupt der Startschuss für eine Besiedelung gesetzt?

Von null auf hundert
Im Mutterleib wächst ein Baby zunächst unter sterilen, also keimfreien Bedingungen auf. Mit den ersten Bakterien macht es aber bereits im Geburtskanal Bekanntschaft, also noch bevor es das Licht der Welt erblickt. Danach geht es Schlag auf Schlag: Bei der Berührung durch die Eltern, beim Stillen (v. a. mit Muttermilch) und einfach im Leben ausserhalb des Mutterleibs kommt das Neugeborene mit verschiedensten Keimen in Kontakt, mit guten wie auch schlechten. Nach etwa einem Jahr hat schliesslich das Immunsystem des Kleinkindes entschieden, welche Mikroorganismen es als körpereigen akzeptiert und mit welchen es in Zukunft zusammenleben wird.

Darmflora im Visier
Die aufgelesenen Keime verteilen sich auf und in unserem Körper. Eine absolute Vorliebe hegt der Grossteil der Kleinstlebewesen allerdings eindeutig für unseren Verdauungstrakt. Während im oberen Abschnitt verhältnismässig wenige Bakterien hausen, tummelt sich im Dickdarm alles, was Rang und Namen hat. So besiedeln unseren Darm derart viele Bakterien, dass sie zusammen sogar zwei Kilogramm wiegen. Grund genug also, der Darmflora besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Wozu brauchen wir die Darmbakterien?
Wir leben mit Darmbakterien zusammen, seit es uns Menschen gibt. Dabei haben wir uns über die vielen Jahre der Entwicklungsgeschichte auch bestens mit ihnen arrangiert. «Kost und Logis» stellt ihnen unser Körper allerdings nicht ganz uneigennützig zur Verfügung. So übernimmt die Darmflora ganz im Sinne einer gleichberechtigten Partnerschaft sehr viele brauchbare Aufgaben für uns, die auch zur Aufrechterhaltung unserer Gesundheit beitragen.

Bakterien richtig im Griff
Krank machende Bakterien, die z. B. eine Lungenentzündung oder Blutvergiftung auslösen, können wir glücklicherweise mit Antibiotika behandeln. Dabei ist es bekanntlich umso besser, je schneller wir diese Keime vernichten. Nicht so bei unserer Darmflora, die ja zu unseren Gunsten tätig ist: Immer mehr Studien bestätigen die Annahme, dass wir sogar krank werden, wenn das Mikrobiom des Darms gestört ist. Chronische Entzündungen im Darm oder in den Atemwegen (Morbus Crohn, Asthma), Allergien, Ekzeme, Lebensmittelunverträglichkeiten, verstärkte Infektanfälligkeit, Depressionen, Schlafstörungen, Gedächtnisstörungen oder Gewichtsprobleme sind nur einige davon. Auch eine Abnahme der Artenvielfalt an guten Darmbakterien, wie sie in unserer zivilisierten Welt gegenüber Naturvölkern zu beobachten ist, scheint nachteilig zu sein und könnte für diese Beschwerden mitverantwortlich sein.

Lesen Sie den ganzen Artikel unter www.astrea-apotheke.ch

Quelle: astreaApotheke, Ausgabe April 2017



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