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Basellandschaftlicher Apotheker-Verband

Frau Nadine Minder, lic.iur.
Elisabethenstrasse 23
4051 Basel

Fon 061 273 86 71
Fax 061 273 86 73

01.06.2017
«Gesund hin und retour»

Reisen, das ganze Jahr über ein Thema, ist für jedermann erschwinglich geworden. Egal, ob man sich an Land, auf dem Wasser oder in der Luft aufhält, gilt es einige wichtige Regeln zu beachten! Denn alle wollen ihre langersehnten Ferientage geniessen.
Jacqueline Timeus, Apothekerin

Das Meer strahlt für viele von uns eine Faszination besonderer Art aus. Vielleicht weil wir selber keines haben? Vielleicht weil es ein Gefühl von Freiheit und Weite vermittelt?

Meer muss sein
Kreuzfahren und Segeln werden immer populärer. Und da stellen sich schnell diverse Fragen: Über welche Kapazität verfügt das Schiff ? Werden zehn oder gar fünftausend Passagiere mitreisen? Wie steht es mit der medizinischen Versorgung? Verfügt das Schiff über eine minimale Bordapotheke oder über eine spitalähnliche Einrichtung? Reise ich fernab jeder Zivilisation oder kann ich gut versorgt werden? Moderne Stabilisatoren der gigantischen Kreuzfahrtschiffe lassen einen kaum mehr fühlen, dass man sich auf hoher See befindet. Reisekrankheiten treten in den Hintergrund. Trotzdem: Für eine gute reisemedizinische Beratung sind solche Punkte von grösster Wichtigkeit! Betrachten wir die Reisekrankheit, bietet sich eine grosse Palette von Medikamenten und diversen Hilfsmitteln an. Heute muss und darf niemand mehr seekrank werden!

Ein Auge auf die Augen haben
Dazu soll stets an qualitativ hochstehende Sonnenschutzprodukte gedacht werden. Es geht hier nicht nur um medizinische Sonnencremes und den Schutz Ihrer Haut – der Haut, die nie etwas vergisst. Nein, es geht auch um Ihre Augen. Achten Sie beim Kauf einer Sonnenbrille unbedingt auf die Hinweise CE und UV – 400 nm. Diese sind wichtiger, als die Dunkelheit der Gläser oder gar die Eleganz der Brille. Dunkle Gläser allein verfügen bloss über einen Blendschutz und filtern primär das sichtbare Licht. Die Folge: Unsere Pupillen werden gross und es gelangen vermehrt schädliche Strahlen in den Augenhintergrund. Es passiert also genau das, was wir eigentlich vermeiden wollen. Qualitativ schlechte oder keine Sonnenbrillen führen demzufolge kurzfristig zu roten Augen, längerfristig begünstigen sie zum Beispiel den grauen Star. Dass immer eine Kopfbedeckung dazugehört, sollte inzwischen jedem bekannt sein.

Fliegen ist schön
Doch auch hier müssen einige Dinge beachtet werden! Gerade auf Langstreckenflügen bieten sich zur Thromboseprophylaxe sogenannte «Travel Socks» an. Abhängig von Ihren Risikofaktoren, sind auf langen Flügen schon des Komforts wegen kniehohe Stütz- oder gar Kompressionsstrümpfe empfohlen. Ist der Unterschied zwischen Stütz- und Kompressionsstrümpfen bekannt? Medizinische Kompressionsstrümpfe werden genau angemessen und in einem standardisierten Verfahren in verschiedenen Stärken, den sogenannten Kompressionsklassen, hergestellt. Sie üben einen genau definierten Druck auf Gewebe und Gefässe aus, wobei der Druck vom Knöchel herzwärts abnimmt. Stützstrümpfe hingegen eignen sich ausschliesslich für Venengesunde, die vorbeugend aufgrund langen Stehens oder Sitzens, auf Reisen mit dem Auto, Zug oder Flugzeug einer Reisethrombose entgegenwirken wollen. Die Machart dieser beiden Strumpfvarianten ist total verschieden und deshalb auch der Druck auf die Wadenmuskelpumpe. Risikopatienten sollten ab rund vier Stunden Reisezeit auf eine Blutverdünnung achten. Dies wird beispielsweise mit niedermolekularem Heparin in Spritzenform oder alternativ mit Medikamenten zum Einnehmen erreicht. Aspirin gilt heute diesbezüglich als nicht wirksam. Wichtig sind zudem eine Wassertrinkmenge von ein bis zwei Deziliter pro Flugstunde, nicht zu üppiges Essen und mässiger Alkoholkonsum, da Alkohol zur Verstoffwechselung wiederum Wasser benötigt.

Dem Jetlag kommt – wieder zu Hause angelangt – eine wichtige Bedeutung zu! Man möchte ja ausgeruht von den Ferien heimkehren, doch allzu oft wird man in der Folge von lästigen Schlafstörungen geplagt. Diese haben ihren Ursprung bei der körpereigenen Melatoninproduktion, die durch die Zeitverschiebung negativ beeinflusst wird. Ob Sie sich in der Folge strikt an den Tag-Nacht-Rhythmus anpassen, sich dem Licht aussetzen, eine die Melatoninproduktion fördernde Brille tragen oder das Problem medikamentös angehen, bleibt letztendlich Ihnen überlassen. Zu beachten sind sicherlich die Anzahl Stunden der Zeitverschiebung und ob die Reise von Ost nach West oder West nach Ost stattgefunden hat.

Üppige Buffets
Völlegefühl, Verdauungsbeschwerden, Gewichtszunahme – wen wundern solche Folgen beim Anblick der verführerischen Buffets auf Kreuzfahrtschiffen oder in luxuriösen Resorts? Das Auge isst ja bekanntlich mit. Und da passiert es nur allzu leicht, dass der Teller überfüllt wird, weil man sich schlichtweg nicht entscheiden kann. Man will sich in den Ferien ja auch etwas gönnen. Mein Tipp: Gerade weil die Vielfalt so gross ist, können problemlos sehr schmackhafte Speisen ausgewählt werden, die weniger zu B(a)uche schlagen.

Schnupfen lauert überall
Erkältungen assoziieren wir vorwiegend mit Winter und Kälte. Schnupfen, Halsschmerzen und Husten sind aber in den Ferien in warmen oder heissen Regionen wegen der Klimaanlagen sowie nach langen Flügen gar nicht selten. Sie sind lästig, können in Zusammenhang mit dem Fliegen sehr unangenehme Effekte zeigen oder für Wassersportler gar das Ende ihrer sportlichen Aktivitäten bedeuten. Deshalb gehört bei Ferndestinationen mindestens ein Schnupfenspray in die Reiseapotheke, wobei dieser für Taucher tabu ist!

Plagegeister
Insekten jeder Art werden bei Reisevorbereitungen in ferne Länder zu einem immer bedeutenderen Thema. Hier stehen wichtige Fragen an, damit die nötigen Vorkehrungen getroffen werden können. Handelt es sich um krankheitsübertragende Mücken oder nur um lästige Plagegeister, zu denen auch die Sandflöhe zählen? Sind die Mücken tag- und/oder nachtaktiv? Soll ich den Mückenschutz nicht besser vor Ort kaufen? Sind Moskitonetze vorhanden? Ist mit Quallen zu rechnen? Befassen Sie sich unbedingt mit dieser Thematik. So viel vorab: Einen tropentauglichen Mückenschutz kauft man aus Wirkstoff- und Qualitätsgründen in der Schweiz! Leider gibt es noch immer Reiseführer und Empfehlungen, die das Gegenteil behaupten. Dies ist erwiesenermassen falsch, doch lässt sich diese Meinung wohl nie ganz ausmerzen. Und gar einige in der Schweiz verkaufte sogenannte Repellents sind für das bereiste Gebiet nicht unbedingt optimal. Nur wer die Insektenarten der Feriendestination kennt, weiss, welche Massnahmen tatsächlich helfen und kann Sie diesbezüglich beraten. Denken Sie in diesem Zusammenhang auch an allergische Reaktionen.

Sind Ihre Impfungen aktuell?
Lassen Sie sich unbedingt von erfahrenen Ansprechpartnern beraten. Dazu gehören auf Reisemedizin spezialisierte Apotheken und Ärzte. Neben Grundimpfungen, die auch in der Schweiz regelmässig zu überprüfen sind, werden weltweit von verschiedenen Organisationen und Arbeitsgruppen kontinuierlich neue Empfehlungen erarbeitet. Die resultierende Vielfalt an Informationen kann nur von Fachleuten erfasst werden, die sich permanent mit Reisemedizin beschäftigen und weiterbilden. In kurzer Folge können zu erwartende Risiken im bereisten Gebiet geändert werden, sei es zurückgestuft, sei es verschärft. Das Gebiet der Reisemedizin ist sehr komplex. Und viele Empfehlungen, die vor einem halben Jahr Gültigkeit hatten, sind heute nicht mehr aktuell. Also bitte auch bei gleichen Reisezielen stets wieder neue Informationen beim Spezialisten Ihres Vertrauens einholen! Sollten während oder nach Ihrer Reise anhaltende Befindlichkeitsstörungen auftreten, konsultieren Sie unbedingt einen Spezialisten.



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