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Basellandschaftlicher Apotheker-Verband

Frau Nadine Minder, lic.iur.
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4051 Basel

Fon 061 273 86 71

14.09.2017
«Lausige Zeiten ade»

In nur fünf Schritten lassen sich Läuse effizient behandeln. Wenn es um Lausbekämpfung geht, sollten Sie sich also keine Märchen auftischen lassen. Oder doch?
Irene Strauss, Apothekerin

Es war einmal … in diesem Sommer, als Ludmilla, die Kopflaus, ihre Eihülle verliess. An den goldigen Locken ihres bezaubernden Gastgebers begann die kleine Ludmilla hurtig entlangzukraxeln. Im Seilklettern war sie nämlich absoluter Profi! Dass sie weder fliegen, springen noch schwimmen konnte, kümmerte sie nicht. Wenn sie Hunger hatte, sauste sie beschwingt zur nahe gelegenen Kopfhaut und naschte ein wenig vom leckeren Blut. Nach bereits zwölf Tagen war Ludmilla ausgewachsen und konnte eine Lausmama werden. Wenn sie Lust hatte, legte sie nun täglich bis zu neun Eier, aus denen bald entzückende Lausbabys schlüpfen würden ...

Dieses Märchen findet spätestens dann ein jähes Ende, wenn die Menschenmama die sechsbeinige Ludmilla erblickt. Speziell im Sommer, über die Ferienzeit, sind die an sich harmlosen Parasiten aber durchaus keine Seltenheit. Es gibt wohl kaum jemanden, der völlig gelassen bleibt, wenn er die nur zwei bis drei Millimeter grossen, flügellosen Insekten mit freiem Auge auf dem Kopf des eigenen Kindes entdeckt. Im Grunde gibt es aber keinen Grund zur Panik: Es stehen heute verlässliche Behandlungsmethoden zur Verfügung. Läuse sind zudem nicht gefährlich, da sie zumindest in Europa keine Krankheiten übertragen. Folgende fünf Massnahmen sollten Sie aber umgehend treffen, wenn in Ihrer Familie ein entsprechender Verdacht besteht:

1. Läuse suchen
Wird im Kindergarten oder in der Schule ein Lausfall gemeldet oder klagt Ihr Kind über anhaltenden Juckreiz am Kopf, sollten Sie zu Hause einen Laus-Check machen, sofern dies nicht ohnehin eine professionelle Laustante übernimmt. Am besten kämmen Sie dabei das Haar mit der gewohnten Bürste durch, befeuchten es und tragen danach eine Haarspülung auf. Der Conditioner macht aus zwei Gründen Sinn: Vorhandene Läuse können nicht mehr so leicht davonflitzen und das Haar wird leichter kämmbar. Nun ziehen Sie Strähne für Strähne mit einem geeigneten Lauskamm ab und streifen diesen bei jedem Durchgang über ein weisses Küchenpapier. Das kann je nach Dichte des Haares und Haarlänge zwischen zehn bis dreissig Minuten in Anspruch nehmen. Ein Aufwand, der sich aber in jedem Fall lohnt. Sollten Läuse vorhanden sein, werden Sie diese am Küchenpapier mit hoher Wahrscheinlichkeit als dunkle Punkte entdecken, die etwa so gross wie ein Sesamkörnchen sind.
Tipp: Nicht jeder Lauskamm ist ausreichend gut geeignet: Die Zinken des Lauskamms müssen eng genug (max. 0,2 Millimeter) aneinanderliegen und dürfen zudem nicht verbogen sein.

2. Dem Kopf die nötige Aufmerksamkeit schenken
Haben Sie tatsächlich eine oder sogar mehrere Läuse gefunden, ist weder das wochenlange Tiefkühlen von Stofftieren notwendig noch das penible Staubsaugen aller Teppiche und Böden. Selbst das Bettenüberziehen wird von einigen Experten als überflüssig abgetan, da die meisten Läuse ohne Blutmahlzeit ohnehin in wenigen Stunden zugrunde gehen. Hingegen absolut wichtig ist die umgehende Behandlung des Kopfhaares. Dazu eignen sich verschiedene Lausprodukte, die Sie ausreichend auftragen und genau nach Packungsbeilage verwenden müssen.
Tipp: Neben dem Haar sollten Sie auch verwendete Bürsten und Haarutensilien wie Klammern und Gummis behandeln. Am besten Sie legen diese für etwa zehn Minuten in eine heisse Seifenlösung von mindestens 60 °C. Diesen, wie viele weitere Tipps finden Sie übrigens auch im Internet unter www.lausinfo.ch.

3. Meldung erstatten
Bei Lausbefall sollten Sie unverzüglich das nähere Umfeld informieren, mit dem der oder die Betroffene in direktem Kontakt steht oder kürzlich stand: Dazu zählen Familie und Bekannte, aber auch Einrichtungen wie Kindergarten oder Schule, die das Kind besucht. Läuse sind auf der ganzen Welt zu finden. Ein Befall hat weder etwas mit mangelnder Hygiene noch mit einem wenig schlauen Köpfchen zu tun. Eine Meldung braucht Ihnen somit auch nicht peinlich zu sein. Im Gegenteil: Je früher das Umfeld Bescheid weiss, umso besser kann es gegensteuern und umso dankbarer wird man Ihnen sein.

4. Nachkontrollieren
Auch alle anderen Familienmitglieder des gemeinsamen Haushalts sollten Sie einmal pro Woche mit dem Lauskamm auf die ungebetenen Gäste überprüfen. Hat sich nämlich noch jemand aus der Familie mit Läusen angesteckt und bleibt unbehandelt, entsteht schnell ein Pingpong-Effekt, der den Befall unnötig verlängert. All jene, bei denen bereits Läuse gefunden wurden, sollten Sie am besten alle drei Tage mit dem Lauskamm durchkämmen. Wer bei Ihnen daheim lange Haare hat, sollte diese zur Sicherheit zusammenbinden. Um das Ansteckungsrisiko innerhalb der Familie zu reduzieren, können zudem lausabwehrende Produkte sinnvoll sein. Erst wenn Sie zwei Wochen lang bei niemandem mehr eine Laus sichten, müssen Sie nicht mehr kontrollieren.

5. Behandlung wiederholen
Gegen Lauseier zeigen viele Lausmittel nur eine unzureichende Wirkung. Weil nach sieben bis neun Tagen aus den überlebenden Eiern wieder junge Läuse schlüpfen könnten, müssen Sie in diesem Zeitfenster also unbedingt noch einmal behandeln. Lassen Sie sich die Anwendung des Lausmittels am besten von Anfang an gut in der Apotheke erklären. Genaue Informationen sind natürlich auch im jeweiligen Beipacktext zu finden. Doch Vorsicht: Denken Sie an die kletterfreudige Laus Ludmilla! Sie sollten also niemals Ihren Kopf mit dem des befallenen Familienmitgliedes zusammenstecken. Auch nicht, um gemeinsam die Gebrauchsanweisung des Lausmittels zu studieren!



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