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Basellandschaftlicher Apotheker-Verband

Frau Nadine Minder, lic.iur.
Elisabethenstrasse 23
4051 Basel

Fon 061 273 86 71

05.03.2018
«Was uns ausmacht, ist die fundierte Beratung»

Die Alte Suidtersche Apotheke ist die älteste Apotheke in Luzern – das Inventar versetzt einen augenblicklich ins Jahr 1833. Im Kontrast dazu ist die Haltung des Geschäftsführers Dr. pharm. Matteo Schaffhauser topmodern.
Rahel Rohrer, pharmaSuisse

Selbst wem die Begriffe Trödel und Antiquitäten nicht automatisch Verzücken in die Ohren streut, treibt das Interieur der Suidterschen Apotheke Glanz in die Augen. «Einiges hier ist ein Vermögen wert», sagt Matteo Schaffhauser beiläufig, nicht ohne Stolz. Viele Schränkchen, Schublädchen, die Decke und die Schaukästen stammen vornehmlich aus dem vorletzten Jahrhundert. Eine Augenweide.

Schweiz hat Vorreiterrolle
Doch Apotheker Schaffhauser und sein siebenköpfiges Team stehen voll im Hier und Jetzt. 2011 übernahm er die Apotheke im Herzen Luzerns an der Bahnhofstrasse 21. Zuvor arbeitete er in der Pharmaindustrie, zwei Jahre in der Diabetesforschung in Amerika, engagierte sich in der Impfstoffherstellung und in der Qualitätssicherung und war tätig als Ausbildner beim Heilmittelinstitut Swissmedic, das alle Medikamente vor der Marktzulassung in der Schweiz prüft. «Unser Ruf ist weltweit sehr gut, wir haben in der Schweiz einen sehr hohen Standard in der Herstellung von Medikamenten. Oftmals hatten wir Besuch von ausländischen Delegationen, die schauen wollten, wie wir es machen.»

Mehr Kompetenzen für Apotheker
Mit der Revision des Medizinalberufegesetzes (MedBG) hat der Gesetzgeber 2015 den Grundstein für die neue Rolle der Apotheker in der medizinischen Grundversorgung gelegt. Apothekerinnen und Apotheker erwerben neu bereits während des fünfjährigen Studiums z. B. die Kompetenzen zum Impfen sowie zur Diagnose und Behandlung häufiger gesundheitlicher Beeinträchtigungen und Krankheiten.
Zudem bekräftigt auch das revidierte Heilmittelgesetz (HMG) 2016, dass die Selbstmedikation der Patientinnen und Patienten und ihre Sicherheit mit dem Wissen der Apotheker gefördert werden sollen. In Zukunft gesteht das HMG den Apothekerinnen und Apothekern folgerichtig erweiterte Abgabekompetenzen zu: So können sie bald auch gewisse rezeptpflichtige Medikamente nach einem persönlichen und dokumentierten Kontakt mit dem Patienten direkt in der Apotheke abgeben – ohne dass ein Arztrezept nötig ist. Die Sicherheit der Patienten geniesst nach wie vor Priorität.

Wissen besser nutzen
Der Apothekersohn bereut den Schritt in die Selbstständigkeit nicht. «Für mich war es die richtige Entscheidung. Den Kontakt mit den Kunden finde ich sehr spannend. Und es ist viel Dynamik in unserer Branche. Die Apothekenwelt bewegt sich (siehe Box): Dank der Gesetzesrevisionen erhalten wir Apotheker endlich mehr Kompetenzen. Unser Wissen soll besser genutzt werden. Wir Apotheker können bald in bestimmten Fällen selbstständig rezeptpflichtige Medikamente direkt in der Apotheke abgeben und sind auch in der Lage, die Verantwortung dafür zu tragen.»

Schneller als beim Arzt
Pharmazeut Schaffhauser setzt sich dafür ein, dass die Apotheker ihre Kompetenzen voll ausschöpfen. Es sei wie in jedem Beruf: Wer nicht mehr weiterdenke, erkenne keine Chancen. «Als Apotheker überlege ich mir, was ich meinen Kunden anbiete, wie zum Beispiel das Impfen, das seit letztem Herbst auch im Kanton Luzern erlaubt ist. Unsere Kunden reagieren sehr positiv. Dass man bei uns einfach reinspazieren und sich ohne Termin und ohne Rezept impfen lassen kann, kommt sehr gut an. Bei uns müssen die Kunden nicht warten, das schätzen sie und sie sind sogar bereit, das selber zu bezahlen.» Keine Frage, dass der Luzerner auch bei der Darmkrebsvorsorge mit von der Partie ist. «Unsere Kunden spüren, dass wir sie umfassend beraten und uns ihre Gesundheit am Herzen liegt.»

Kostendämpfer Apotheken
Die Apotheken weisen als einziger Akteur im Gesundheitsbereich absolut transparente Kosten aus. Wer kennt schon den Preis einer Blinddarmoperation oder eines Besuchs beim Hausarzt? Bisher war das Gesundheitswesen für die Spitäler und Ärzte eine Art Selbstbedienungsladen, dank der Grundversicherung der Krankenkasse, die alle verursachten Kosten übernimmt. Anders als z. B. bei den Ärzten verdienen Apothekerinnen und Apotheker durch die LOA (Tarifvertrag über die leistungsorientierte Abgeltung zwischen Krankenversicherern und Apotheken) immer gleich viel für ihre Dienstleistung. Egal, ob sie ein teures oder billiges Medikament verkaufen bzw. eine einfache oder komplizierte Beratung durchführen. Die Apotheken sind somit Teil der Lösung, wenn es darum geht, den Kostenanstieg im Gesundheitswesen in den Griff zu bekommen und die Prämienzahlenden zu entlasten.

Medikamente sind keine harmlosen Konsumgüter
Nur auf Produkte zu setzen, findet Schaffhauser den falschen Ansatz.
«Heute haben die Leute ein völlig anderes Einkaufsverhalten: Es musss chnell gehen und es muss einen Mehrwert bieten. Für mich ist es verständlich, wenn jemand seine Zahnpasta im Supermarkt kauft und nicht bei uns. Was uns ausmacht, ist die fundierte Beratung.» Denn auch im Zeitalter der Digitalisierung sei die persönliche Beratung das A und O für die Kunden.
«Wenn ich nach Amerika schaue, erschrecke ich: Dort werden Medikamente im Supermarkt angeboten, die nicht ins Regal gehören! Dabei geht es bei Gesundheit um mehr, als nur ein Medikament zu schlucken.»

Google als Allerweltsmittel?
Schaffhauser anerkennt das Internet als zeitgemässes Füllhorn des Informationsreichtums und sieht grosse Chancen in der Digitalisierung. Er und sein Team setzen z. B. das iPad in der Kundenberatung gezielt ein. Gleichzeitig weist er auf die Grenzen von Google und Co. hin. «Die Vertraulichkeit der Quelle ist das eine. Das andere ist die Interpretation. Die Leute recherchieren, haben aber meistens nicht genug Zeit und Wissen, um sich wirklich abzusichern. Wie wir mit diesem neuen Kundenverhalten umgehen, wird sich weisen – für mich ist es kein Problem, wenn sich der Kunde vorher online informiert. So können wir einen spannenden Dialog führen. Ich stelle bei meinen Kunden auf jeden Fall trotz Internet ein sehr grosses Bedürfnis fest, sich in der Apotheke beraten zu lassen und gemeinsam eine Lösung zu finden. Schnell und unkompliziert.»

Wiedersehen macht Freude
Als Apotheker könne er zuhören, Zusatzfragen stellen, analysieren und kombinieren. «Das kann der Computer bis jetzt noch nicht. Wir wollen unseren Kunden mehr bieten, sodass sie sich sagen: In diese Apotheke gehe ich gerne wieder.»

Lesen Sie den ganzen Artikel unter www.astrea-apotheke.ch

Quelle: astreaApotheke, Ausgabe Januar/Februar 2018



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