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Basellandschaftlicher Apotheker-Verband

Frau Nadine Minder, lic.iur.
Elisabethenstrasse 23
4051 Basel

Fon 061 273 86 71

03.05.2018
Kleiner Biss, grosse Auswirkung

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine virale Krankheit, die durch den Stich einer infektiösen Zecke übertragen wird. Als Schutz wird die FSME-Impfung empfohlen – vor allem in Risikogebieten. Bereits in 14 Kantonen ist die FSME-Impfung direkt in der Apotheke möglich.
Rahel Rohrer, pharmaSuisse, Quelle: BAG

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis FSME oder Zeckenenzephalitis (Enzephalitis = Gehirnentzündung) ist eine Infektionskrankheit, die durch das FSME Virus hervorgerufen wird. Die Übertragung erfolgt durch einen Stich einer befallenen Zecke, im Volksmund auch Holzbock genannt.

FSME durch Virus ausgelöst
Zecken leben vor allem in Laubwäldern mit üppigem Unterholz. Sie ernähren sich von Tier- und Menschenblut und können beim Stechen verschiedene Krankheitserreger übertragen. Neben FSME können Zecken auch Lyme-Borreliose oder die viel selteneren Krankheiten Ehrlichiose und Rickettsiose übertragen. Während FSME durch ein Virus ausgelöst wird, werden die anderen drei Krankheiten durch Bakterien verursacht und können mit Antibiotika behandelt werden.

Gefahr nicht überall gleich
In der Schweiz kommt das FSME-Virus in fast allen Kantonen des Mittellands vor. In den Risikogebieten tragen etwa ein Prozent der Zecken das Virus in sich. Über einer Höhe von rund 1000 Meter über Meer sind bisher keine Gebiete mit FSME-Viren infizierten Zecken bekannt. Das Bundesamt für Gesundheit aktualisiert jährlich die Gefahrenkarte mit den Gebieten, in denen die FSME-Impfung empfohlen ist. Sie finden sie unter https://map.geo.admin.ch ? im Suchfeld oben «FSME-Impfempfehlung» eingeben.

Zeckenbiss kann zu Lähmung führen
Sieben bis vierzehn Tage nach dem Stich einer infizierten Zecke kann es zu einer ersten Krankheitsphase mit grippeartigen Symptomen kommen. Beim Grossteil der Patienten treten jedoch keine Krankheitszeichen auf. Bei fünf bis fünfzehn Prozent der Erkrankten kommt es nach einem beschwerdefreien Zeitraum zum Befall des zentralen Nervensystems mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Lichtscheu, Schwindel, Konzentrations- und Gehstörungen. Diese können Wochen bis Monate andauern. Bei einem Teil der Patienten treten Lähmungen der Arme, Beine oder Gesichtsnerven auf und führen zu bleibenden Behinderungen. In etwa einem Prozent der Fälle mit neurologischen Symptomen führt die Krankheit zum Tod. Eine ursächliche Behandlung der FSME ist nicht möglich, es können lediglich Symptome behandelt werden.

FSME-Fälle nehmen zu
Die FSME-Fallzahlen verlaufen gemäss Erhebungen des Bundesamts für Gesundheit wellenförmig und verdeutlichen die Saisonalität der Erkrankung: In der warmen Jahreszeit werden deutlich mehr FSME-Fälle verzeichnet. Seit 2005 schwanken die Fallzahlen in der Schweiz zwischen 100 und 250 Fällen pro Jahr, im Vergleich mit durchschnittlich 100 Fällen pro Jahr in den fünf Jahren zuvor. Im letzten Jahr kam es zu 23 000 Arztbesuchen wegen Zeckenstichen.

Impfung empfohlen
im Risikogebiet Zur Vorbeugung gegen FSME steht eine sichere und gut wirksame Impfung zur Verfügung. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt sie für alle Personen, die in Risikogebieten wohnen oder sich zeitweise dort aufhalten. Die Impfung kann im Allgemeinen ab dem Alter von sechs Jahren gemacht werden. Zum vollständigen Schutz sind insgesamt drei Impfungen nötig. Die ersten beiden Impfungen erfolgen in der Regel im Abstand von einem Monat und schützen bereits zu 95 Prozent – dies allerdings nur zeitlich begrenzt. Zum vollständigen Schutz ist noch eine dritte Impfung fünf bis neun Monate später nötig. Auffrischimpfungen müssen danach bei bestehendem Risiko lediglich alle zehn Jahre wiederholt werden. Aufgrund der kantonalen Gesetzgebungen ist die FSME-Impfung in der Apotheke heute in 14 Kantonen möglich – ohne Voranmeldung. Alle Impfapotheken finden Sie unter www.impfapotheke.ch.

Körper und Kleider absuchen
Neben der Impfung sind die allgemeinen Schutzmassnahmen gegen Zecken zu beachten: gut abschliessende Kleidung und das Meiden von Unterholz. Hilfreich sind ausserdem Schutzmittel für die Haut und Insektizide für die Kleider. Da Zeckenstiche oft nicht bemerkt werden, sollten nach einem Aufenthalt im Wald Körper und Kleidung auf Zecken untersucht werden. Das Tragen heller Kleidung erleichtert dabei die Zeckensuche. Haustiere wie Hunde, Katzen oder Pferde sollten ebenfalls auf Zecken abgesucht werden. Gefundene Zecken möglichst schnell entfernen, am besten durch Fassen mit einer feinen Pinzette direkt über der Haut und kontinuierlichem Zug. Danach die Stichstelle desinfizieren. Bei Fieber nach einem Zeckenstich sollte man möglichst rasch einen Arzt aufsuchen.


Lesen Sie den ganzen Artikel unter www.astrea-apotheke.ch

Quelle: astreaApotheke, Ausgabe Mai 2018



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