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Basellandschaftlicher Apotheker-Verband

Frau Nadine Minder, lic.iur.
Elisabethenstrasse 23
4051 Basel

Fon 061 273 86 71

07.09.2018
Wandern – aber sicher!

Wandern macht Spass: Es ist ein Naturerlebnis pur und Balsam für die gestresste Seele. Zudem fördert es die Gesundheit auf vielfältige Weise. Wussten Sie, dass Wandern zu den gesündesten sportlichen Tätigkeiten gehört?
Christiane Schittny, Apothekerin

Stellen Sie sich einen herrlichen Sommertag in den Bergen vor. Sie haben eine schöne Wanderung hinter sich, haben Ihr Ziel erreicht und geniessen den fantastischen Ausblick über eine atemberaubende Landschaft. Sie dürfen stolz sein, denn Sie haben etwas für Ihre Gesundheit getan: Wandern trainiert auf schonende Weise Muskeln, Bänder und Gelenke, es stärkt das Herz, bringt den Kreislauf in Schwung und senkt den Blutdruck, es fördert den Stoffwechsel, verbraucht Energie und verbessert die Lungenfunktion.

Tipps vom Wanderleiter
Wandern ist sanfter Ausdauersport für jedermann, egal ob gut trainiert oder nicht. Höchstleistungen sind nicht gefragt, wohl aber eine gute Vorbereitung, eine gesunde Selbsteinschätzung und das richtige Verhalten am Berg. Damit auch nichts schiefgeht, haben wir uns mit einem passionierten und erfahrenen Wander- und Tourenleiter unterhalten: Andreas Mörikofer wohnt in Wohlen bei Bern und ist seit 1970 Tourenleiter beim SAC (Schweizer Alpenclub). Neben Wanderungen leitet er dort regelmässig auch Skitouren und Hochtouren. Zusätzlich ist er engagierter Wanderleiter, u. a. für Pro Senectute Bern.
Was sind die Aufgaben eines Wanderleiters? Er organisiert Wanderungen und Trekkings bis und mit Schwierigkeitsgrad T3 (anspruchsvolle Bergwanderung ohne spezielle Hilfsmittel, siehe Box), die auf die Wünsche und Kompetenzen der Teilnehmer ausgerichtet sind. Sicherheit und Umweltgedanken stehen dabei immer im Vordergrund. Mit zusätzlicher Ausbildung in Lawinentheorie und Praxis kann der Wanderleiter auch Schneeschuhtouren anbieten. Die einfachere Ausbildung zum ESA-Wanderleiter (Erwachsenensport Schweiz) dauert zehn Tage. Eine umfassende und anspruchsvolle Ausbildung zum eidg. dipl. Wanderleiter umfasst 200 Tage.

Die richtige AusrĂĽstung
Wer wandert, kommt mit relativ wenig Material zurecht. Andreas Mörikofer beobachtet jedoch immer wieder, dass zu viel und zu schwere Ausrüstung mitgeschleppt wird. Das raubt Kräfte. «Zwingend für die Sicherheit sind aber auf jeden Fall feste, rutschsichere Wanderschuhe, die über den Knöchel reichen, vorzugsweise mit einer Gelbpunkt-Gummisohle», sagt er. Ausserdem sollte Wert auf einen bequemen, leichten Rucksack (etwa 30 Liter) mit Beckengurt und eventuell mit Bodenfach gelegt werden. In den Rucksack gehören eine wasserfeste und schweissdurchlässige Allwetterjacke, ein wärmender Pullover oder eine Fleecejacke, Sonnenschutz (Hut, Brille, Creme), allenfalls Mütze und Handschuhe sowie gutes Kartenmaterial. Passen Sie Ihre Kleidung der geplanten Wanderung an. Am besten bewährt sich das Zwiebelprinzip: mehrere Schichten Kleider übereinander, die nach Bedarf an- oder ausgezogen werden können. So hat man für jedes Wetter und jede Temperatur die richtige Kombination bei optimiertem Gewicht zur Hand. Wanderstöcke sind kein Muss, können aber eine wertvolle Hilfe sein. «Sie können, wenn sie richtig eingesetzt werden, bis zu 25 Prozent des Körpergewichts abfangen und so die Gelenke schonen», bemerkt Andreas Mörikofer.

Fitness aufbauen
Schon im Vorfeld können Sie viel tun, damit aus Ihrer Traumwanderung kein Albtraum wird. Eine wichtige Frage lautet: Wie steht es mit meiner Kondition und wie viel Bergerfahrung habe ich? Für Bewegungsmuffel ist es sinnvoll, mit leichten und kürzeren Wanderungen zu beginnen, um sich dann langsam an anspruchsvollere Routen zu wagen. Ihre Kondition können Sie durch Fitness- und Ausdauertraining verbessern. «Bei älteren Menschen lohnt sich auch ein Gleichgewichtstraining», meint der Experte, «das gibt sofort mehr Sicherheit und Kompetenz im unebenen Gelände». Menschen, die wenig Bergerfahrung haben, sollten sich mit geübten Kollegen zusammentun oder sich einer geführten Wanderung anschliessen. Das gilt insbesondere für Wanderungen ab dem Schwierigkeitsgrad T3. Der Wanderleiter hat immer ein Auge auf die Mitglieder seiner Gruppe, kann reagieren, falls Schwierigkeiten auftreten oder wertvolle Tipps und Hilfestellung geben. Besondere Vorsicht ist in höheren Lagen über 2000 Metern geboten, wobei diese Grenze sehr individuell ist. Je höher man steigt, desto stärker nimmt die Leistungsfähigkeit ab und verlangt eine bessere Akklimatisation.

Wandeskala

Gut vorbereitet auf Tour
Manche Umstände können eine vermeintlich harmlose Tour zu einer echten Herausforderung machen. Ein Weg, der bei gutem Wetter keine Schwierigkeiten birgt, kann bei einem Wetterumschwung, bei Nässe, Schnee, Nebel oder Gewitter, gefährlich werden. Auch bei guten Wetterprognosen muss man in den Bergen immer mit unverhofften Wetterkapriolen rechnen. Sie sind gut vorbereitet, wenn Sie sich schon zu Hause mögliche Notfallstrategien, Abkürzungen oder Alternativrouten überlegt haben. Falscher Ehrgeiz ist fehl am Platz. Andreas Mörikofer weiss, dass es manchmal mehr Mut braucht, nötigenfalls eine Tour kurz vor dem Ziel abzubrechen, als einfach weiterzulaufen. Genau das kann aber unter Umständen lebensrettend sein! Ist man als Gruppe unterwegs, muss man als Team funktionieren. Das bedeutet, dass man aufeinander Rücksicht nimmt und sich dem schwächsten Mitglied anpasst. Die Pausen sollten Sie so gestalten, dass sich auch der letzte Ankömmling noch genügend ausruhen kann. Als Faustregel gilt: Pro Wanderstunde etwa zehn Minuten, für den Lunch aber eine längere Pause einplanen. Hüten Sie sich vor zu hoch geschraubten Zielen. Geniessen Sie die Landschaft und Flora und die Bewegung an der frischen Luft. Trainieren Sie Ihren Körper durch mässige, aber regelmässige Beanspruchung. So machen Sie schon den Weg zum Ziel.

Feines aus dem Rucksack
Die Aussicht auf ein wohlverdientes Picknick beflügelt nicht nur Kinderschritte. Was gibt es Schöneres, als sich an einem lauschigen Plätzchen niederzulassen und ein schönes Picknick aus dem Rucksack zu zaubern? «Gerade bei längeren Touren braucht der Körper eine gleichmässige, über den Tag verteilte Energie- und Flüssigkeitszufuhr», weiss Andreas Mörikofer. Er rät deshalb, mehrere kleine Imbisse einzunehmen und das Mittagessen nicht zu üppig zu gestalten. Vor Beginn der Wanderung bewährt sich ein eher leichtes Frühstück. Als kleine Zwischenmahlzeiten eignen sich Müesliriegel, Dörrobst oder Schokolade, denn sie liefern schnell verfügbare Energie. Zum Mittagessen bietet sich kohlehydratreiches Essen an, beispielsweise Vollkornsandwiches, Kartoffel-, Teigwaren- oder Reissalate. Diese liefern lang anhaltende Energie. Als Ergänzung kann man frisches Obst und Gemüse mitnehmen. Mit Wasser, Tee, verdünnten Fruchtsäften oder isotonischen Sportlergetränken treffen Sie die richtige Getränkewahl. Rechnen Sie pro Person eineinhalb Liter für einen Tagesausflug ein und trinken Sie immer wieder zwischendurch.

Notfälle
Kleinere und auch grössere Notfälle kann es in den Bergen – wie an vielen anderen Orten auch – immer geben. Der Unterschied ist, dass Hilfe dort nicht immer so leicht zugänglich ist. Da ist es gut, wenn man gewappnet ist: In die Rucksackapotheke gehören u. a. Blasenpflaster, Desinfektionsmittel, eine Pinzette, ein Dreiecktuch, diverses Verbandsmaterial, eine elastische Binde und eine Rettungsdecke. Vergessen Sie die persönlichen Medikamente nicht! Brauchen Sie professionelle Hilfe, sollten Sie die Notfallnummern vom Sanitätsnotruf (144) und von der Rega (1414) zur Hand haben. Die Notfallorganisationen helfen nicht nur vor Ort, sondern stehen auch mit Rat in kritischen Situationen zur Verfügung. Also im Zweifelsfall lieber einmal zu viel alarmieren, als auf benötigte Hilfe zu verzichten.


Lesen Sie den ganzen Artikel unter www.astrea-apotheke.ch

Quelle: astreaApotheke, Ausgabe September 2018



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