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Fatale Verwechslung im Frühling: Bärlauch und Herbstzeitlosen

Wer den kräftigenden Bärlauch (Allium ursinum) schätzt, freut sich auf den Frühling, wenn die duftenden Blätter im Wald spriessen. Doch aufgepasst: nicht alles, was wie Bärlauch aussieht, ist auch Bärlauch! In nächster Nähe echten Bärlauchs findet man oft Giftpflanzen, an die man kaum denkt, weil sie zu dieser Jahreszeit nur Blätter, jedoch keine Blüten tragen. Es handelt sich um die Herbstzeitlosen (Colchicum sp.). Sie enthalten ein hochwirksames Zellgift, das Colchicin, von dem schon weniger als 1 mg pro kg Körpergewicht lebensgefährlich ist.

Dem Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrum sind von 1966 bis Ende 2004 über 200 Unfälle mit Herbstzeitlosen gemeldet worden. Fünf Vergiftungen endeten tödlich, weitere neun verliefen mit schweren Symptomen.

Merkmale zur Unterscheidung:

  • Blätter des Bärlauch gestielt, elliptisch, charakteristischer Knoblauchgeruch
  • Blätter der Herbstzeitlosen ungestielt, lanzettenförmig, ohne Geruch

Sollten Übelkeit, Erbrechen und heftige Durchfälle einige Stunden nach Genuss einer Bärlauchmahlzeit auftreten, rufen Sie am besten sofort das Tox-Zentrum Tel. 145 an, denn bei einer allfälligen Colchicinvergiftung darf keine Zeit verloren werden.