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Was ist mit den Medikamentenpreisen los?

Claudia Wunder ging neulich mit einem Rezept für Medikamente, welche sie seit längerer Zeit einnehmen muss, in ihre Apotheke. Als aufmerksame Kundin bemerkte sie, dass das teure Bluthochdruckmittel sehr viel billiger geworden ist und der günstige Blutverdünner aufgeschlagen hat. Sie fragte nach:

Was ist mit den Medikamentenpreise geschehen?

Seit dem 1. Juli 2001 haben sich die Preise für rezeptpflichtige Medikamente geändert. Notwendig ist dieser Wechsel geworden, weil die Medikamentenkosten in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen sind und eine Lösung zur Kosteneinsparung gesucht und gefunden werden musste.

Was ist an dem Preismodell neu?

Mit einem neuen Preismodell (auch leistungsorientierte Abgeltung oder LOA genannt) wurden neue Höchstpreise für die rezeptpflichtigen Mittel vom Bund festgelegt. Die neuen Preise sind tiefer, entschädigen aber nicht die Leistungen des Apothekers. Auf die Preise werden deshalb zwei fixe Taxen eingerechnet, die den Apotheker für seine Dienstleistungen entschädigen. Somit wird der Verdienst des Apothekers vom Verkaufspreis getrennt, um falsche Anreize auszuschliessen.

Wofür zahle ich die Taxen an die Apothekerschaft?

Diese Taxen werden zur Überprüfung der Verordnung, Dosierung, Kontrolle von Risiken und Kontraindikationen, der Abgabe der wirtschaftlichsten Packungsabgabe sowie der Abklärung möglicher Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verrechnet. Alle drei Monate stellt der Apotheker zudem eine Patiententaxe in Rechnung. Diese entschädigt den Apotheker dafür, dass er ein Patientendossier erstellt und den Patienten jederzeit über die aktuelle oder die bisherige Behandlung mit Arzneimitteln informieren und beraten kann.

Warum können einzelne Medikamente teurer werden?

Medikamente, die bisher über CHF 45.00 gekostet haben, wurden beträchtlich billiger, solche die unter CHF 45.00 kosteten, sind leicht teurer geworden. Diese Preisanpassungen waren notwendig, um Quersubventionierungen auszuschliessen, d.h. dass die Apotheken an teuren und billigen Medikamenten mehr oder weniger gleichviel verdienen, um kein falschen Anreize zu schaffen. Die Änderung gilt übrigens nur für rezeptpflichtige Medikamente, welche von der Grundversicherung vollumfänglich bezahlt werden. Bei Medikamenten, die von den Krankenkassen nicht bezahlt werden, hat sich nichts verändert. Selbstzahler mit erhöhter Franchise müssen bei billigen Medikamenten etwas tiefer ins Portemonnaie greifen.

Was bringt die Massnahme?

Das Sparpotential dieser Massnahmen liegt bei rund 250 Mio. Franken pro Jahr. Schon heute gewähren die Apotheker den Krankenkassen einen freiwilligen Rabatt zur Kostenstabilisierung von 3,2 % des Arzneimittelumsatzes. Neben der Abgabe von Generika und einer breiten Palette an anderen Dienstleistungen ist dies eine weitere aktive Massnahme der Apothekerschaft im Sinne eines bezahlbaren Gesundheitswesens.

Mir wurde gesagt, dass jetzt auch neue Notfalltaxen verrechnet werden?

Das ist richtig. Diese Taxen wurden ebenfalls angepasst und werden nicht mehr durch die bisherigen Medikamentenmargen subventioniert. Aus diesem Grund werden jetzt je nach Zeitpunkt des Bezuges zwischen CHF 12.60 und CHF 36.75 zusätzlich berechnet. Diese Kosten werden aber bei Bezug von kassenpflichtigen Medikamenten von der Krankenkasse übernommen und sind wesentlich billiger als diejenigen Taxen, die z.B. Schlüsseldienste in der Nacht oder am Wochenende verrechnen.

Frau Wunder verliess die Apotheke und stellte fest, dass das Medikament zur Blutverdünnung jetzt mehr kostet. Sie war nicht gerade erfreut über diesen Aufschlag, wusste aber, dass Ihr teures Bluthochdruckmittel sehr viel billiger geworden ist. Unter dem Strich stellte Sie mit Ihrem Apotheker zufrieden fest, dass die Gesamtkosten für die gleichen Produkte abgenommen haben. Nicht leicht zu begreifen, meinte sie – Hauptsache, unter dem Strich können Medikamentenkosten gespart werden.

Falls Sie wie Claudia Wunder Fragen haben, dann wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle des Baselstädtischen Apotheker-Verbandes, Tel. 061 272 86 70.

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